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»28 Days later« (2003)

Beim Einbruch in ein Versuchslabor für Menschenaffen entdecken militante Tierschützer in Käfige eingesperrte Schimpansen. Vor ihnen sind Bildschirme installiert, auf denen gewalttätige Szenen aus verschiedenen Nachrichtensendungen abgespielt werden. Die Warnungen eines verängstigten Wissenschaftlers ignorierend, die Affen seien »mit Wut infiziert«, beginnen die Aktivisten mit der Befreiung der Tiere. Kaum in Freiheit, attackieren die wütenden Schimpansen ihre Befreier, die sich, einmal mit der hoch ansteckenden Krankheit infiziert, innerhalb kürzester Zeit in reißende Bestien verwandeln.

28 Tage später: Fahrradkurier Jim (CILLIAN MURPHY) wacht nach einer Kopfoperation in der verlassenen Intensivstation eines Londoner Krankenhauses aus dem Koma auf. Verwundert wandert er auf der Suche nach anderen Menschen durch die Gänge und Zimmer. Wie nach einem Überfall liegen überall umgestürzte Möbel, Klinikutensilien und Abfälle auf dem Boden. Völlig verstört läuft der junge Mann auf die Straße und ruft um Hilfe. Doch London scheint ausgestorben, Tauben sind die einzigen sichtbaren Lebewesen.

Als die Dämmerung anbricht, sucht Jim, der noch immer an den Folgen seines Fahrradunfalls leidet, Unterschlupf in einer Kirche. Auf dem Boden türmen sich zu seinem Entsetzen Berge von Leichen. Ein plötzliches Geräusch macht ihn auf die Anwesenheit eines Priesters aufmerksam. Dessen blitzschnelle Bewegungen, blutunterlaufene Augen, krankhafte Zuckungen und mörderische Schreie lassen Jim zurück auf die Straße flüchten. Mehr und mehr Infizierte werden von dem Lärm angelockt und Jim läuft in Panik und Verwirrung durch die Straßen, verfolgt von einer immer größer werdenden Meute.

Die plötzliche Explosion einer Benzinbombe kündigt die Ankunft von Selina (NAOMIE HARRIS) und Mark (NOAH HUNTLEY), zweier weiterer nicht infizierter Überlebender, an. Nach einer gewagten Rettungsaktion, bei der viele der Verfolger und eine verlassene Tankstelle in Flammen aufgehen, bringen sie Jim in Sicherheit und beginnen ihm die Wirkungsweise der Infektion zu erklären: Sie wird durch das Blut übertragen und befällt innerhalb von Sekunden den gesamten Organismus. Die Seuche hat sich inzwischen angeblich schon über ganz Großbritannien ausgebreitet und niemand weiß, ob nicht sogar das Ende der gesamten Menschheit droht.

Selina und Mark stimmen widerwillig zu, den unter Schock stehenden Jim in den Stadtteil Deptford zu bringen, um dessen Eltern zu finden – mit verheerenden Konsequenzen für Mark …

»Schon in einem frühen Stadium der Drehbuchentwicklung kam die Idee auf, mit Digitalkameras zu drehen. Das würde dem Film einen anderen Look und ein neues Gefühl verleihen. Unsere realitätsnahe Science-Fiction würde dadurch noch interessanter wirken. Die Flexibilität des Materials erlaubte es uns außerdem, einige wirklich große Sequenzen zu realisieren – etwa die Außenszenen, für die ganze Straßen gesperrt werden mussten,« erklärt Macdonald.

Boyle hatte zusammen mit Kameramann Anthony Dod Mantle bereits »Strumpet» und »Vacuuming Completely Naked in Paradise« in DV gedreht. Deshalb konnte er viele Gründe dafür geltend machen, warum er hier wieder auf die neue Technik zurückgriff. »Für mich muss ein in der Geschichte verankerter Grund dafür existieren, auf DV zu drehen«, erläutert Boyle. »Die Technik ist einfach angemessen für diese endzeitlichen Landschaften. Trotz der Drehtage auf dem Land ist dieser Film doch durch und durch urban. Und ich denke, die digitalen Aufnahmen besitzen eine Körnigkeit, die sie für ,Stadtfilme‘ prädestinieren. In allen Großstädten ist man von Überwachungskameras umgeben, sie zeichnen jede unserer Bewegungen auf. Sie sind das moderne Medium, das unser tägliches Leben dokumentiert.«

»Wir wollten auch für unsere Welt ein neues Aussehen schaffen. Elektrizität und Umweltverschmutzung gehören der Vergangenheit an. Eine neue Stille hat sich der Erde bemächtigt«, erklärt Boyle. »Digitalkameras passen sich schlechten Lichtverhältnissen außerdem viel besser an. Wir versuchten generell so zu drehen, als ob wir selber ums Überleben kämpfen würden.«

Produzent Andrew Macdonald verdeutlicht darüber hinaus, dass der Film mit herkömmlichem Material wohl unmöglich zu realisieren gewesen wäre. »Die Szenen in London sind das Kernstück des Films. Polizei und Stadtverwaltung haben uns deshalb so bereitwillig unterstützt, weil wir alles so schnell über die Bühne bringen konnten. Wir konnten buchstäblich ein Set-up mit sechs Kameras innerhalb von Minuten aufstellen. Dann durften wir den Verkehr für eine oder zwei Minuten stoppen. Das Ganze haben wir dann bei mehreren wichtigen Locations durchgezogen – was wir realistisch gesehen mit einer 35mm-Kamera niemals geschafft hätten. Denn damit braucht man wesentlich mehr Zeit – nur um eine einzige Aufnahme in den Kasten zu bekommen.«






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