Um die zum Teil sehr komplizierten Szenendrehs bei
»War of the Worlds« optimal zu planen, nutzte Steven Spielberg diesmal
die Experten von ILM, die zuvor noch für George Lucas an »Star Wars
Episode 3« gearbeitet hatten. »Dies ist der erste Film, bei dem ich
Computer wirklich dazu genutzt habe, alle Storyboards zu animieren.«
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Der Dreh an der Straßenkreuzung, © UIP
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Previsualization Supervisor Dan Gregoire war einer der Leiter des
Animatics-Teams der letzten zwei »Star Wars«-Filme. »Es beginnt als ein
einfacher Textabsatz«, erklärt Gregoire. »"Ein Tripod steigt aus dem
Boden von Newark, New Jersey, auf." Steven hatte alles schon in seinem
Kopf ausgearbeitet, aber es ist nicht leicht, dies jedem zu erklären –
dem Kameramann, dem Beleuchter, den Technikern. Wir kamen hinzu und
bauten die Kreuzung in 3D. Wir haben den Tripod gebaut; wir haben den
Boden aufgebrochen; wir haben alles in die Luft gejagt. Wir haben die
Sequenz von Grund auf entwickelt, so daß wir dem Film am Drehort in
Newark abspielen konnten um jedem zu zeigen, wovon Steven redete.«
Durch den Pre-Viz-Prozeß konnten die Schauspieler das sehen, was noch
nicht da war. »Während des Drehs habe ich die Schauspieler an den
Computer geholt, um ihnen die ganze Sequenz vorzuführen«, erzählt
Spielberg. »Sie kannten daher die Größe dieser gigantischen Tripods,
mit denen sie es zu tun hatten und wußten genau, wo sie in Relation zu
ihnen stehen würden.«
»Wenn wir irgend etwas mit einem Außerirdischen machten, der nicht
wirklich da ist, zeigte uns Steven das immer«, sagt Dakota Fanning. »Er
zeigte uns, wie es aussehen würde und ganz genau, wo es später sein
würde. Den Pre-Viz zum Anschauen zu haben, war echt toll.«
»Ich wünschte mir, ich hätte das schon bei ‘Unheimliche Begegnung’
gehabt, weil die Schauspieler sich damals vollständig auf ihre Fantasie
verlassen mußten«, sagt der Regisseur. »Während der Dreharbeiten hatte
ich von einigen der UFOs noch keine genaue Vorstellung. Ich mußte
sagen: ‚Nun ja, es ist diese Kuchenschüssel da oben und sie ist
riesengroß.' Bei diesem Film haben alle Schauspieler eine visuelle
Referenz. Sie können ungefähr sehen, wie alles nachher im fertigen Film
aussehen wird.«
Nachdem er sich wochenlang mit dem 3D-Modell der Kreuzung beschäftigt
hatte, an der die Dreharbeiten beginnen würden, flog der Regisseur
schließlich nach New Jersey, um am wirklichen Drehort zu stehen. Trotz
strömenden Regens, Hunderten von Schaulustigen und einer Horde von
Paparazzi, verlief die erste Drehwoche reibungslos. »Wir haben die
Szene an der Kreuzung in sechs Tagen abgedreht, aber es kam mir nie
übereilt oder unvorbereitet vor«, sagt Cruise. »Wir haben uns
konzentriert – wußten jeden Tag genau, was wir zu tun hatten. Durch die
Vorvisualisierung war uns klar, was kommen würde.«
Produktionsdesigner Carter bemerkt, daß Spielberg den Angriff der
Außerirdischen ähnlich inszenierte, wie die Kampfszenen in seinem
Zweiter-Weltkrieg Epos. «Als Steven die Szene an der Kreuzung drehte,
war es so, als würde er in der Normandie stehen.« Spielberg nutzte das
Talent seines »Der Soldat James Ryan«-Kameramanns Janusz Kaminski, um
diesen Look zu bekommen. Der Oscarpreisträger hat mit Spielberg an
dessen letzten neun Filmen zusammengearbeitet. Um das Spektakel sowohl
furchterregend als auch realistisch wirken zu lassen, setzte er für
diese Szene oft die Handkamera ein.
Spielberg wollte das Publikum mitten in die Ereignisse des Films
transportieren. »Janusz wußte, daß ich auf einen realistischen Look aus
war – nicht die Vogelperspektive, sondern die eines Mannes oder
Kindes«, sagt Spielberg.
Der Flugzeugabsturz
Ein weiterer imposanter Drehort an der Westküste war eine massive,
sorgfältig auseinander genommene Boeing 747, die man über einen kleinen
Hügel auf dem Gelände der Universal Studios verstreut hatte. Rick
Carter sagt dazu: »Die Absturzstelle des Flugzeugs war eine monumentale
Filmdekoration, was den Arbeitsaufwand angeht. Wir mußten eine 747
kaufen, die wir dann in einzelne Teile zerschnitten und über das
Studiogelände verteilt haben. Dann haben wir Häuser um sie herum
gebaut. Das war ein ganz schön großes Unterfangen.«
Quelle: UIP
22. Juni 2005
Der »Krieg der Welten«, H.G. Wells' bahnbrechende
Geschichte einer außerirdischen Invasion, die im Jahre 1898 erstmals
veröffentlicht wurde, gilt als literarischer Klassiker. Die
angsteinflößende Idee, daß unser Planet uns aus den Händen gerissen
werden könnte – und menschliches Leben nicht weniger sicher ist als das
von Ameisen auf einem Zweig – hat ihre Kraft auch nach mehr als einem
Jahrhundert nicht eingebüßt. Für Spielberg hat die Geschichte gerade
heute eine große Bedeutung. »Ich dachte mir, daß es eine gute
Zeit sei, um den »Krieg der Welten« allen um die Ohren zu hauen«, sagt
der Oscargewinner. Spielberg, bislang eher bekannt für weitaus
freundlichere Gäste aus dem Weltall, war durchaus daran interessiert,
das Thema außerirdischer Besucher noch einmal anzupacken – allerdings
warnt er davor, in diesem Film knuddelige Außerirdische mit langen
Fingern zu suchen: »Dies ist keine von meinen Geschichten über süße,
anschmiegsame, freundliche Außerirdische«.
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Steven Spielberg
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»Krieg der Welten« ist nach »Minority Report« die
zweite Zusammenarbeit von Spielberg und Cruise. »Daß wir uns schon
viele, viele Jahre kennen, hat unsere Beziehung als Schauspieler und
Regisseur auf einen ganz neuen Level gebracht«, kommentiert Spielberg.
»Er ist ein so intelligenter, kreativer Partner und kommt mit so vielen
Ideen an den Drehort, daß wir uns gegenseitig inspirieren. Ich liebe
es, mit Tom Cruise zu arbeiten.«
Produzentin Kathleen Kennedy, die schon lange mit Spielberg
zusammenarbeitet, weist darauf hin daß der Regisseur mit »Krieg der
Welten« die Möglichkeit hatte, das Gegenteil von den Charakteren, die
er in »E.T.« und »Unheimliche Begegnung der dritten Art« erschaffen
hatte, zu erforschen. »Als wir anfingen, E.T. zu entwickeln, handelte
es sich um eine weitaus düstere Geschichte, die sich erst nach und nach
zu etwas Liebevollerem entwickelte. Ich glaube, daß er diese düstere
Geschichte von damals nie ganz vergessen hat. Nun erzählt er sie.«
»Dies ist die Schattenseite von dem, was wir vor 20 Jahren gesehen
haben«, fügt Produktionsdesigner Rick Carter hinzu. »Damals wurden uns
außerirdische Lebensformen vorgestellt, die sehr freundlich waren – und
unsere großen Ängste vor ihnen waren unbegründet. Das Kind in uns
verstand dies. Für den Mann, der Steven heute ist, und für die Zeiten,
in denen er lebt, nehmen diese Außerirdischen eine andere Gestalt an.«
»Ich dachte mir, es würde Spaß machen, einen wirklich furchterregenden
Film mit wirklich angsteinflößenden Außerirdischen zu machen. Das ist
etwas, was ich bislang noch nie getan habe«, sagt Spielberg.
»Krieg der Welten« spielt in einer ganz normalen Welt, weitab von den
Fluren des Pentagon oder des Oval Office. »Dies ist eine sehr einfache
Geschichte«, sagt Spielberg. »Es ist eine Geschichte über das
Überleben, über einen Vater, der versucht, seine Kinder zu beschützen.
Es geht um die grundlegenden Elemente der menschlichen Natur im
Konflikt mit einem außerordentlichen, unnatürlichen Ereignis.«
David Koepp, der Spielberg bei »Jurassic Park« und »Vergessene Welt:
Jurassic Park« half, Dinosaurier in unsere moderne Welt zu
transportieren, sagt, daß die Geschichte unbedingt einfach gehalten
werden mußte. »Mein Gefühl war, daß eine Invasion der Erde ein so
unmöglich großes Thema darstellt, daß wir es niemals akkurat hätten
zeigen können.«
Das Resultat war, daß die Drehbuchautoren sich auf die Auswirkungen der
Angriffe auf eine einzelne Familie konzentrierten. »Wir mußten das
Ganze herumdrehen. Je mehr man sich auf diese drei Hauptcharaktere
konzentriert, ihre Probleme – ihre Beschränkungen, das Fehlen jeglicher
Information – desto schrecklicher und persönlicher wirkt es«, sagt
Koepp.
Wells’ Geschichte hatte einen so nachhaltigen Einfluß auf unsere
Kultur, daß man sich schwer vorstellen kann, wie neu und radikal das
Konzept von außerirdischen Besuchern aus dem Weltraum zur Zeit ihres
Erscheinens war. Der Krieg der Welten legte den Grundstein für ein
Genre – Bücher, Filme, Radio- und Fernsehproduktionen und mindestens
ein Musical über die Invasion Außerirdischer.
»Der Roman scheint immer dann wieder zum Vorschein zu kommen, wenn die
Angst vor einer wirklichen Invasion da ist«, erläutert H.G. Wells’
Enkel, der Zoologe und Autor Dr. Martin Wells, der mit seiner Familie
den Drehort besuchte. »Als der Roman erschien, waren die Briten sehr
nervös über die Handlungen des Kaisers. Für die Welt, der die
Geschichte erzählt wird – sei es als Ausstrahlung, Film oder Literatur
– hat sie immer eine zweite Bedeutung.«
»Als ich Wells' Roman gelesen habe, hat mich sein außerordentliches
Vorstellungsvermögen stark beeindruckt, weil er dieses so glaubwürdige
Szenario entwerfen konnte, das den Leser in die Zeit der Geschichte und
an ihren Ort versetzt«, sagt Cruise.
Regisseur Spielberg wollte die Kraft von Wells' Geschichte beibehalten,
einige daraus entstandene Klischees allerdings vermeiden. »Wir haben
eine Liste von den Dingen gemacht, die wir nicht im Film haben
wollten«, sagt Koepp. »Keine Zerstörung berühmter Sehenswürdigkeiten,
keine Bilder von einem Manhattan, das in Schutt und Asche gelegt wird,
keine Szenen mit Generälen, die um eine große Landkarte herumstehen und
darauf Schiffe mit großen Stöcken verschieben, keine Fernsehteams, die
die Zerstörung filmen.«
»Und keine Marsmenschen«, fügt Spielberg hinzu. »Wir waren bereits auf dem Mars und wissen, dass dort niemand ist.«
»Was übrig blieb«, so Koepp, »ist das Herz des Romans: ein Bericht in der Ich-Form über den Angriff Außerirdischer.«
Quelle: Paramount
7. Juni 2005
Es scheint fast so, als würde sich Steven
Spielberg die Enthüllung der Marsianer und ihrer Invasionsmaschinen bis
zum Kinostart aufheben wollen, denn auch im vierten Trailer zu »War of
the Worlds«, der immerhin bereits am 29./30. Juni weltweit anlaufen
wird, sieht man noch kaum etwas von den Invasoren. Oder wird das im
fertigen Film auch so sein, daß wir eben vor allem nur die Flucht der
Familie Ferrier vor den Invasoren erleben?
4. Kinotrailer |
Fernsehspot |
Die Ideen-Grundlagen für den Film
23. Mai 2005
Der dritte Kinotrailer zu »War of the Worlds« ist
da! Leider erfährt man noch immer nicht sehr viel über den Film, aber
man erhält zumindest nun einen etwas besseren Eindruck, was einen
zumindest optisch erwarten könnte... Hier der Link zur Trailerpage:
http://movies.channel.aol.com/franchise/exclusives/war_of_the_worlds_movie