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Sonntag, 07. März 1999 | Autor: Florian Breitsameter

Stanley Kubrick (1928 – 1999) Drucken E-Mail
  Stanley Kubrick
 
Wie seine Familie gestern bekanntgab, verstarb der amerikanische Filmregisseur Stanley Kubrik am Sonntag im Alter von 70 Jahren in seinem Haus in Hertfordshire im Norden von London.

Kubrick wurde am 26. Juli 1928 im New Yorker Stadtteil Bronx als Sohn eines Arztes geboren. Mit 14 verkaufte er als Fotograf seine erste Aufnahme an das Magazine »Look«. Seine Filmkarriere begann 1950 mit dem Dokumentarfilm »Day of the Fight«, der die letzten Stunden vor einem Boxkampf von Walter Cartier zeigt. Den 15 Minuten langen Film drehte er mit einer gebrauchten Kamera.

Und obwohl er seitdem als Regisseur arbeitete, ist die Liste seiner Arbeiten kurz:

    Der Tag des Kampfes (Day of the Fight), 1950 (Dokumentarfilm)
    Der fliegende Priester (?),1951 (Dokumentarfilm
    The Seafarers, 1953 (Dokumentarfilm)
    Furcht und Begierde (Fear and Desire), 1953
    Der Tiger von New York (Killer's Kiss), 1955
    Die Rechnung ging nicht auf (The Killing), 1956
    Wege zum Ruhm (Paths of Glory), 1957
    Spartacus (Spartacus), 1960
    Lolita (Lolita), 1962
    Dr. Seltsam, oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Dr. Strangelove), 1964
    2001: Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey), 1968
    Uhrwerk Orange (A Clockwork Orange), 1971
    Barry Lyndon (Barry Lyndon), 1975
    The Shining (The Shining), 1980
    Full Metal Jacket (Full Metal Jacket), 1987
    Eyes Wide Shut, Juli 1999

Sein erster Spielfilm war 1953 »Furcht und Begierde«, in dem er als Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann und Cutter fungierte. Der Streifen, der positive Beachtung fand, erzählt die Geschichte einer Gruppe von Soldaten, die über Feindesland mit dem Flugzeug abstürzt und daraufhin ums Überleben kämpfen muss. 1960 erschien sein erster aufwendiger Spielfilm – »Spartacus« kostete damals 12 Millionen Dollar und war mit einer Starbesetzung gedreht (u.a. Tony Curtis, Kirk Douglas und Laurence Olivier). Nachdem er 1961 nach England umgesiedelt war, verfilmte er 1962 den skandalträchtigen Roman »Lolita« von Vladimir Nabokov, dem dann Schlag auf Schlag sehr unterschiedliche Filme folgten: die Atomkriegssatire »Dr. Seltsam, oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben«, mit Peter Sellers in verschiedenen Hauptrollen; »2001: Odyssee im Weltraum« – ein filmisches SF-Epos das in Zusammenarbeit mit Arthur C. Clarke entstand und in der Tricktechnik Maßstäbe setzte, und zuletzt »Uhrwerk Orange«, die Verfilmung des obskuren gleichnamigen SF-Romans von Anthony Burgess, die die moralische Frage nach den Ursachen von Gewalt und den Methoden ihrer Bekämpfung stellt. Kubricks Werk um den gewalttätigen und Beethoven liebenden Jugendlichen Alex, ist wegen seiner Gewaltdarstellung umstritten und leider meist nur sehr stark geschnitten zu sehen. In Großbrittanien ist die Vorführung sogar immer noch verboten.

Kubricks letztes Werk ist »Eyes wide shut«, eine Verfilmung von Arthur Schnitzlers »Traumnovelle«. Der Film wurde erstmals am 5. März 1999 den Studiobossen von Warner Brothers vorgeführt, nachdem die 19 Monate dauernden Dreharbeiten und die lange Nachbearbeitungsphase beendet war. Tom Cruise und seine Frau Nicole Kidman spielen zwei verheiratete Psychologen in »Eyes wide shut«, einem Film, über den immer noch nur sehr wenig bekannt ist. Kubrick fungierte hier als Produzent, Regisseur und Drehbuchautor (zusammen mit Frederic Raphael) und ließ manche Szene an die 60mal drehen, bis er zufrieden war. Der über 65 Millionen Dollar teure Film wird voraussichtlich am 16. Juli in den US-Kinos starten. Über die Todesursache von Stanley Kubrick ist nichts bekannt.

Quellen: Bayern 3, CNN



 Links zum Thema
> 2001: Odyssee im Weltall – (wieder)gesehen als kosmische Komödie
> Filmkritik zu »A.I. – Künstliche Intelligenz«
> Arthur C. Clarkes Tagebuch über die Arbeiten am Drehbuch von »2001«

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