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The Adjustment Bureau (2010) – eine neue Dick-Verfilmung!

Philip K. Dick dürfte mittlerweile der meist verfilmte Science-Fiction-Autor sein, denn neben »Radio Free Albemuth« (bei uns wohl nur auf Filmfestivals zu sehen), wird in diesem Jahr auch der Thriller »The Adjustment Bureau« in die Kinos kommen.

Dieser Film beruht lose auf der Kurzgeschichte »Umstellungsteam« (»Adjustement Team«, erschienen in Orbit Science Fiction im September 1954) von Philip K. Dick, die auf deutsch u.a. im Band »Menschlich ist…« der Gesamtausgabe des Haffmans-Verlags zu finden ist. Darin wird ein Mann durch einen Fehler im System ungewollt Zeuge der kompletten De-Energisierung und des Neuaufbaus eines Büroblocks durch ein »Umstellungsteam«. Als Ed später zurückkehrt, ist alles scheinbar wieder in Ordnung. Aber ein paar kleinere Veränderungen fallen ihm doch auf… (Zitat: »Ich habe gesehen, wie das feste Gefüge der Realität auseinanderbrach. Ich sah – dahinter. Darunter. Ich sah, was wirklich dort war.«)

In dem Kinofilm, der mit Matt Damon, Emily Blunt und Terence Stamp prominent besetzt ist und bei dem George Nolfi das Drehbuch schrieb und Regie führte, wird eine nur an die Kurzgeschichte angelehnte Handlung erzählt. Matt Damon spielt hier einen Politiker namens David Norris, der eine aufregende Frau trifft (Emily Blunt) und dadurch zu einer mitreißenden Rede vor dem Kongress inspiriert wird, die ihn sogar zu einem Anwärter für das Präsidentenamt werden lässt. Aber anscheinend arbeitet das Schicksal gegen ihn, denn er schafft es nicht mehr die geheimnisvolle Frau zu finden… das Team vom Adjustment Bureau scheint dies verhindern zu wollen.

In Philip K. Dicks Geschichte ist der Original-Protagonist ein Versicherungsvertreter, doch Nolfi wollte aus seinem Hauptdarsteller im Film unbedingt einen Politiker machen; er stellte sich einen charismatischen und beliebten Abgeordneten der Demokratischen Partei im Gewirr der Straßen von Brooklyn vor. Produzent Hackett erläutert diese Logik: »Mit einem Politiker als Hauptfigur haben wir einen Charakter, dessen Entscheidungen nicht nur sein eigenes, sondern auch das Leben vieler anderer Menschen beeinflussten. Wenn er beschließt, auf dem vorgezeichneten Karrierepfad zu bleiben, kann er – unter den richtigen Umständen – sogar großartige Dinge für Millionen Menschen leisten. Das muss er gegen sein persönliches Glück und sein eigenes Schicksal abwägen.«

Am Beginn von Nolfis Geschichte führt der Abgeordnete David Norris während seiner Wahlkampagne für den Senat in den Umfragen mit zweistelligem Vorsprung. Nolfi erläutert Davids Rock-Star-Appeal: „Er ist der jüngste Abgeordnete, der jemals ins Parlament gewählt wurde. Und er genießt einen überwältigenden Ruf, denn er ist eine große Persönlichkeit.

Obwohl Davids zuvorkommendes Auftreten und aufrichtiges Verhalten ihm zum eindeutigen Favoriten der Wähler gemacht haben, ist er dennoch auch nur ein Mensch: „Er neigt dazu, sich selbst in schwierige Situationen zu bringen“, meint Damon. „Manchmal ist er etwas zu aufrichtig… und damit nicht politisch genug.“ Genau dieser Makel verursacht einen peinlichen Zwischenfall, durch den David mit seiner ersten Kandidatur für den US-Senat scheitert.

Wegen seiner jugendlichen Unbekümmertheit macht er einen Fehler“, sagt Hackett. „Gräbt man aber etwas tiefer, so könnte man behaupten, David habe selbst den unterbewussten Wunsch gehabt, aus den vorgefertigten Bahnen auszubrechen, um zu sich selbst finden zu können.“ Durch Davids Fehltritt, der auf dem Höhepunkt seiner Wahlkampagne von der Presse ausgeschlachtet wird, büßt er die Führung bei den Umfragen ein und verliert schließlich auch die Wahl.

Obwohl schon die „Bourne“- und „Ocean’s“-Filme auch Frauen in starken Nebenrollen zeigen, ist dies eines der ersten Projekte, bei dem Damon als romantischer Protagonist jemanden spielt, der spezifisch – und Schicksal entscheidend – mit einer Liebespartnerin verbunden ist. Laut Drehbuch musste Davids Angebetete eine Frau sein, für die er Berge versetzen würde.

Am Abend (nach) der Senatswahl, bevor David seine große Rede im Hotel Waldorf Astoria halten soll, nimmt er sich einige Minuten, um sich auf der Herren-Toilette zu sammeln. Nolfi erklärt: „David kann seine Niederlage kaum verkraften. Nicht nur seinetwegen, sondern weil er das Gefühl hat, all diese Menschen mitgerissen und schwer enttäuscht zu haben.

Im Waschraum trifft er dann auch auf die wunderschöne Tänzerin Elise Sellas, die sich vor dem Hotel-Sicherheitsdienst versteckt, nachdem sie sich ohne Einladung auf eine Hochzeitsfeier eingeschlichen hatte. David findet sie charmant und unwiderstehlich, während sie in ihm den populären Politiker sieht, der gleich die Wahl verlieren wird. Er fühlt sich sofort und schicksalhaft zu ihr hingezogen und verliebt sich eigentlich Hals über Kopf in sie… etwas, das im „Plan“ niemals vorgesehen war. Im Laufe der nächsten Tage wird sich David an die Fersen von Elise heften und versuchen, den Gehilfen des Schicksals ein Schnippchen zu schlagen. Und das könnte ihn – und sie – alles kosten.

Wer genau ist also diese Gruppe von Männern, die uns von einer unsichtbaren, unveränderbaren Machtposition heraus manipulieren? Wer sind diese Agenten, die nirgendwo und überall gleichzeitig zu sein scheinen? „Sie verfügen über ein bürokratisches System, das es ihnen ermöglicht, die Dinge so zu manipulieren, dass unser Leben auf subtile Weise angepasst, verformt, verändert, angetrieben und in die Richtung umgebogen wird, die sie für uns vorgesehen haben“, fasst Hackett zusammen. „Das Büro verkörpert ein Symbol aller Interpretationen, die wir Menschen für „das Andere“ so parat haben. Diese andere, fremde, höhere Macht, diese Kraft außerhalb von uns selbst, die unsere Entscheidungen leitet. Es ist sicher kein Zufall, dass das Büro, zu seiner reinsten Form destilliert, eine ganze Reihe von Glaubenssystemen widerspiegelt, die es auf unserer Welt gibt – darunter sowohl religiöse Überzeugungen als auch andere Ideologien.

Nolfi philosophiert über die Organisation, die diese Story vorantreibt: „Sie sind der Ausdruck einer höheren Macht – also keine Geheimagenten einer Regierung, die jemanden von irgendetwas abhalten will. Denn sie verfügen über Kräfte, die weit über die irdischen Kräfte eines jeden Nachrichtendienstes hinausgehen. Sie setzen uns auf die Bahn, der wir folgen sollen, um dem übergeordneten Schema zu dienen, diesem großen „Plan“. Sie selbst arbeiten einfach in einem Büro. Sie könnten genauso gut für das Finanzamt arbeiten; sie machen einfach nur ihren Job.

Quelle: sffmedia.com, Presseinformationen





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