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Hal Clement (1922-2003)

In der Nacht vom 29. Oktober 2003 verstarb der amerikanische SF-Autor Hal Clement (1922-2003), der vor allem durch seine Schilderungen außerirdischer Lebensformen und exotischer Welten bekannt wurde (»Unternehmen Schwerkraft«).

Hal Clement

Harry Clement Stubbs, der später für seine Romane das Pseudonym Hal Clement annahm, wurde am 30. Mai 1922 geboren. Er wuchs in der Umgebung von Boston auf, studierte u.a. in Harvard und schloß seine Studien mit Titeln in Medizin, Astronomie und Chemie ab. Während des Krieges flog er diverse Bombereinsätze und diente im Koreakrieg als technischer Berater. Aus dem Militärdienst zog er sich erst 1976 als Colonel zurück. Nebenher unterrichtete er bis 1987 an diversen Schulen Naturwissenschaften und war seit 1952 verheiratet. Er hinterläßt zwei Söhne und eine Tochter.

Seine Begeisterung für die Science Fiction begann 1930 mit »Buck Rogers«-Comics und Jules Verne. Neben den fiktiven Abenteuern hatte ihn aber schon in jungen Jahren auch die Astronomie begeistert. Seine erste Kurzgeschichte »Proof« erschien 1942 im heutigen Analog.

In seinem ersten Roman »The Needle« (dt. »Das Nadelöhr«, Heyne) schilderte er die Erlebnisse eines außerirdischen Polizisten auf unserer Erde aus dessen Sicht, der einen Verbrecher jagt. Schon hier ist ersichtlich, daß Clement sehr viel wert auf die Schilderung des Fremden, des außerirdischen Wesens legte, ihn aber nicht als Aggressor sah, sondern als fremde Intelligenz.

Mission of Gravity
Natürlich ist »Mission of Gravity« (dt. »Unternehmen Schwerkraft«) Clements berühmtester und in vielerlei Hinsicht bester Roman. Auf einer Welt mit extremer Schwerkraft ist eine Sonde mit wertvollen Daten abgestürzt und nur ein Bewohner dieser Welt kann sich bis zum Pol des Planeten durchschlagen, um den hilflosen Menschen im Orbit zu helfen. Clements fremde Welten sich wirklich alienhaft, die Natur extrem, aber die außerirdischen Lebensformen passen sich mit ihren von der Natur gegeben Überlebensinstinkten ihrer Umwelt an. Oft können sich die Menschen nur mit Hilfe der Technik diesen Umständen stellen, sie stehen aber trotzdem dem Phänomen des Lebens staunend gegenüber.

Selten wird das deutlicher als in »Close to Critical« (dt. »Der Feuerzyklus« von Heyne). Der Astronaut Nils Krüger wird bei einer Expedition auf einem fremden Planeten in einem Krater verschüttet und als vermißt zurückgelassen. Alleine versucht er auf dem heißen Planeten zu überleben und trifft auf den außerirdischen Lehrer Dhar, dessen Flugzeug notlanden mußte, als er die Bücher seines Volkes zurück in eine Eishöhle bringen wollte, wo diese sicher für zukünftige Generationen aufbewahrt werden. Zuerst versuchen die so unterschiedlichen hochintelligenten Wesen nur zu überleben, aber als Krüger erfährt, daß die Außerirdischen ihren genauen Todestag kennen, versucht Krüger in ihren Lebenszyklus einzugreifen, ohne daß er sich bewußt ist, daß jeder Tod auch ein neuer Anfang ist.

Genau wie Robert Forwards »Das Drachenei« die Idee von »Unternehmen Schwerkraft« weiterentwickelt, in dem er das Leben auf einem Neutronenstern schildert, hat Vernor Vinges »A Deepness in the sky« die Idee des Volkes, das sterben muß, um einer neuen Generation Platz zu schaffen, im Rahmen einer epischen Space Opera wieder aufgenommen.

Botschafter von den SternenUnternehmen SchwerkraftStuetzpunkt auf Dhrawn
Schon in den fünfziger Jahren zeichnen sich Clements Bücher durch ihr Verständnis der Fremden aus. Es gibt selten kriegerische Konflikte (die Natur ist Feind genug) untereinander, nur Unverständnis und Mißverständnisse, die intelligente Menschen und Wesen auf dem Wege der Kommunikation und des Lernen beseitigen können.

Seit 1972 war Harry Stubbs unter dem Pseudonym George Richard auch als Maler aktiv. In einem Interview erklärte er, daß es ihn damals gestört hat, die interessanten Bilder auf den Cons aus finanziellen Gründen nicht kaufen zu können und so hat er sich eben selbst an die Arbeit gemacht. Seine Bilder zieren die neue Komplettausgabe, die auch eine neue Kurzgeschichte aus seinem Mesklin-Universum enthält.

Trotz seines hohen Alters besuchte Clement bis zuletzt oft und auf eigene Kosten Science Fiction-Cons in seiner Nähe und hielt den Kontakt zu den Fans aufrecht. Im Gegensatz zu anderen sehr bekannten Autoren, hat er das Schreiben als Ausgleich zu seinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten gesehen und für viele seiner Werke umfangreiche Recherchen angefertigt. Erst die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse haben Bücher wie »Still River« (»Die Flüsse der Tiefe«, Heyne) überhaupt ermöglicht.






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  • Buch • Re: Science Fiction am Ende? 8. Februar 2012
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  • Buch • Re: Science Fiction am Ende? 8. Februar 2012
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