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Jerry Yulsman (1924-1999)

Jerry Yulsman, der mit dem Alternativwelt-Roman »Elleander Morning« (Heyne 06/4312) nur einen einzigen SF-Roman schrieb, verstarb am 8. August 1999 an Lungenkrebs.

Jerome Yulsman wurde in Philadelphia (USA) geboren und nach dem Abschluß der Schule ging er 1941 zur Air Force und diente u.a. in Deutschland und Italien. Nach dem Krieg arbeitete er als Fotojournalist in aller Welt, produzierte Filme für Privatkunden und unterrichtete elf Jahre lang an der New York School of Visual Arts. 1980 begann er nach dem Verfassen von drei Büchern über das Filmemachen und Fotografieren auch mit dem Schreiben von Romanen. »Elleander Morning«, sein Erstlingsroman, erschien 1984 erstmals in den USA, war dort allerdings kein großer Erfolg.


Elleander Morning
»Elleander Morning« ist ein Alternativweltroman, der in einer Welt spielt, in der der zweite Weltkrieg nie stattfand. Lesley Baumann, geborene Morning, ist Redakteurin. Als sie 1983 ihren Job in Los Angeles verliert, beschließt sie, nach England zu gehen und ihren Vater aufzusuchen, den sie kaum kennt. In London eingetroffen erfährt sie, daß ihr Vater gestorben ist. Ein Anwalt händigt ihr die Hinterlassenschaft aus, darunter die pikanten Aufzeichnungen eines Londoner Gentleman aus dem Jahre 1910, der offensichtlich ihr Großvater war, sowie zwei Bände von Time-Life aus dem Jahre 1970: »Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges«, aus dem Nachlaß ihrer Großmutter Elleander Morning.

Doch was ist der Zweite Weltkrieg? Es hat nie einen gegeben. Handelt es sich um eine literarische Fiktion? Um die Phantasmagorie eines Historikers? Doch die Fotos der Kriegshandlungen scheinen echt. Je tiefer Lesley in die Materie eindringt, desto verwirrender wird alles. Ihre Großmutter Elleander, die eine Freundin von H.G. Wells war, fuhr 1913 nach Wien um einen unbedeutenden jungen Künstler zu erschießen…

»Elleander Morning« wurde 1986 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis als »Bester Ausländischer Roman« ausgezeichnet und gehört als SF-Thriller zu den unbekannteren Klassikern des Genres.

Quellen: Ansible; Lexikon der Science Fiction Literatur, Heyne 01/7287; Heyne Verlag (Coverabbildung)





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  • Buch • Re: Science Fiction am Ende? 16. Mai 2012
    @Jörg Isenberg:Wunderbare Beiträge hier. Danke! — Es ist immer sehr spannend, wenn ein Thread mal so schön verläuft, dass die Teilnehmer (wie Du eben zuletzt) sich trauen, uneingeschüchtert Gedankengänge zu äußern. Wenn es nicht nur um das Hin- und Herhauen von Feststellungen und entsprechenden Stellungskampf geht, sondern die Ruhe da ist, auch mal eigenen Z […]
    molosovsky
  • Buch • Re: Science Fiction am Ende? 16. Mai 2012
    Naut hat geschrieben:Was ist denn ein "reiner" SF-Autor?Ein reiner SF-Autor ist ein SF-Autor, der gerade aus der Dusche kommt. Was ich damit sagen will: Inhaltlich lassen sich die Genres nie voneinander abgrenzen. Es braucht in einem SF-Roman nur jemand ermordet werden (was oft vorkommt), und schon haben wir Krimi- und Thriller-Elemente drinnen. Ei […]
    Gernot
  • Buch • Re: Science Fiction am Ende? 16. Mai 2012
    Naut hat geschrieben:Jörg, ich denke, ich habe Probleme, Deine Frage überhaupt zu verstehen. Was ist denn ein "reiner" SF-Autor?Natürlich könnte ich eine Reihe literarisch untadeliger SF-Autoren aufzählen: Margaret Atwood, Gene Wolfe, John Brunner, ...Würdest Du bei allen ein Haar in der Suppe finden? Atwood, die ihren Status als SF-Schreiberin imm […]
    Jörg Isenberg
  • Buch • Re: Science Fiction am Ende? 16. Mai 2012
    Jörg, ich denke, ich habe Probleme, Deine Frage überhaupt zu verstehen. Was ist denn ein "reiner" SF-Autor?Natürlich könnte ich eine Reihe literarisch untadeliger SF-Autoren aufzählen: Margaret Atwood, Gene Wolfe, John Brunner, ...Würdest Du bei allen ein Haar in der Suppe finden? Atwood, die ihren Status als SF-Schreiberin immer wieder selbst hint […]
    Naut
  • Buch • Re: Der "Liest zur Zeit" Thread 16. Mai 2012
    Tanner Mirabel hat geschrieben:Ich versuche mich jetzt mal an dem Buch, dessen Verfilmung seit einiger Zeit für Diskussionsstoff sorgt:Suzanne Collins - Die Tribute von Panem: Tödliche SpieleDas Buch war schnell gelesen, da es m.E. tatsächlich im Stil eines Jugendbuches geschrieben wurde. Es kommen kaum Fremdwörter oder komplizierte Satzkonstruktionen vor un […]
    Tanner Mirabel
  • Buch • Re: Der "Liest zur Zeit" Thread 15. Mai 2012
    Fertig mit "Die Fahrt des Leviatans"... gutes Buch das, obwohl ich beide Storytwist vorhergesehen habe. Werde mich im entsprechenden Thread drüber auslassen wenn ich Zeit habe.Statistik: Verfasst von Knochenmann — 15. Mai 2012 19:02 […]
    Knochenmann
  • Buch • Re: Science Fiction am Ende? 15. Mai 2012
    Gernot hat geschrieben:Wenn ich das richtig verstehe, geht es dir viel um Plausibilität: Der "Werkzeugkasten" vermittelt Inhalte, die plausibel und nachvollziehbar machen, dass die Fiktion genau so sein könnte. Die "Wundertüte" setzt sich hingegen einfach darüber hinweg: Statt "Das könnte in Wirklichkeit auch so passieren" heißt […]
    Jörg Isenberg
  • Buch • Re: Der "Liest zur Zeit" Thread 15. Mai 2012
    Weiter gehts mit Last days on earth von Julian Frost.Statistik: Verfasst von deval — 15. Mai 2012 10:40 […]
    deval
  • Buch • Re: Science Fiction am Ende? 14. Mai 2012
    Jörg Isenberg hat geschrieben:Eine Erzählung ist immer auch Fiktion, unabhängig von Qualitätsmerkmalen. Somit ist die SF eine Fiktion innerhalb der Fiktion und katalysiert hierdurch auch immer eine mehr oder minder ausgeprägte Unglaubwürdigkeit. Diese Unglaubwürdigkeit wiederum ist von eingeschliffenen Ausdrucksformen (Stil, Ästhetik, Inhalte, Termini techni […]
    Gernot
  • Buch • Re: Bekanntgabe der Nominierungen für den DSFP 2012 14. Mai 2012
    Na endlich mal! *kreisch freu freu freu* Gut, ist eine harte Konkurrenz. Aber allein die Nominierung bedeutet mir schon sehr viel.Statistik: Verfasst von Nina — 14. Mai 2012 20:39 […]
    Nina
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