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Donnerstag, 09. November 2000 | Autor: Florian Breitsameter

»Quest«: Ein Interview mit Andreas Eschbach - Seite 1: Einleitung Drucken E-Mail
Artikel Index
Seite 1: Einleitung
Seite 2: Das Interview

»Space Opera« – bei diesem Begriff denkt man an waffenstarrende Raumschiffe, die das Sternenmeer durchfliegen, gigantische Weltraumschlachten, interstellare Verschwörungen und mutige Helden, die für Recht und Ordnung in der Galaxis kämpfen.

Ohne Zweifel: Die »Space Opera« hat das Bild geprägt, daß die Allgemeinheit von der Science Fiction hat. Und das nicht ohne Grund. Die »Space Opera« ist die Paradedisziplin der SF, und viele bekannte Klassiker des Genres sind dieser Kategorie zuzurechnen. E.E. Smiths »SKYLARK«-Romane, Isaac Asimovs »FOUNDATION« und A.E. van Vogts »DIE EXPEDITION DER SPACE BEAGLE« sind bekannte Beispiele für »Space Operas«, die die SF geformt haben und sie auch heute noch beeinflussen. Und auch die Kinoindustrie war immer dankbar für den großen Ideenreichtum der »Weltraumopern«, wie der Erfolg von »Krieg der Sterne« als typisches Filmepos beweist.

Space Opera Doch was sind typische Merkmale einer »Space Opera«? Der Begriff wurde 1941 von Wilson Tucker geprägt und war damals als Gegenstück zur sogenannten »Horse Opera« gedacht. Während in den klassischen Western unerschrockene Siedler gen Westen zogen, neues Land entdeckten und dort von bösen Indianern und hinterlistigen Schurken bedroht wurden, so war es in der Science Fiction der Weltraum der als neuer Siedlungsraum und Handlungsrahmen herhalten mußte. Die Landkarte wies keine weißen Flecken mehr auf, und so waren die »Unerforschten Weiten«, die es auf der Erde nicht mehr gab, jetzt im Weltall zu finden.

In A.E. van Vogts »Die Expedition der Space Beagle« werden Forschungsreisen nicht mehr per Segelschiff auf See, sondern mit einem Raumschiff im Weltraum unternommen. Atlantis, die goldenen Städte von Eldorado und andere bekannte Rätsel sind nicht mehr auf der Erde zu finden, sondern im Weltraum oder in fremden Dimensionen ...

In den 50er und 60er Jahren kam es zu einem Niedergang der »Space Opera«, als die Leser nicht mehr länger bereit waren, über die simplen Schwarz-Weiß-Zeichnung der Charaktere und den reinen Abenteuer-Aspekt vieler schnell und schluddrig geschriebener Romane hinwegzusehen. Das Genre hatte sich thematisch und auch literarisch weiterentwickelt. Neue Autoren hatten sich der Science Fiction angenommen, die nicht nur phantastische neue Ideen einbrachten, sondern auch viel bessere Erzähler waren. Das Profil der modernen Science Fiction gewann allmählich an Form.

Der Reiz der »Space Opera«, des großen galaktischen Dramas, war jedoch nicht verschwunden und spätestens in den 70er und 80er Jahren kam es zu einer Renaissance. Autoren wie C.J. Cherryh, Iain Banks, Dan Simmons und Peter F. Hamilton bewiesen, daß »Space Opera« und literarische Qualität sich nicht widersprechen müßen, sondern sogar sehr gut zusammenpassen und durchaus noch neue Klassiker und Überraschungen erwartet werden können ... Die »Space Opera« erstrahlt als Königsdiziplin der SF in neuem Glanz und hat seitdem viele neue Facetten hinzugewonnen!

»Quest«, der neue SF-Roman des Stuttgarter Autors Andreas Eschbach, der im Mai/Juni 2001 beim Wilhelm Heyne-Verlag als Taschenbuch erscheinen wird, ist ebenfalls eine »Space Opera«. Der Roman befasst sich mit dem Rätsel des Ursprungs allen Lebens und der Jagd nach der Unsterblichkeit.

Andreas Eschbach, der in den letzten Jahren für seine Romane mit allen erdenklichen deutschen SF-Preisen ausgezeichnet wurde, führt den Leser dabei zurück in ein bekanntes Universum, die Welt der Haarteppichknüpfer. Er öffnet für uns noch einmal das kaiserliche Archiv und erzählt uns eine neue Geschichte voller Rätsel, die sich vor Jahrtausenden zugetragen hat ...

SF-Fan.de hat Andreas Eschbach im November 2000 zur Entstehung von »Quest« befragt.

Hier geht's zum Interview!



 
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