Dienstag, 27. Februar 2007 | Autor: Alexander Pechmann

Sergej Lukianenko – Spektrum
Originaltitel: »СПЕКТР«
Aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann
Roman, Heyne Verlag 2007
Großformat
ISBN 3-453-52233-6, 702 Seiten
Preis: 14.- €

Spektrum
In naher Zukunft errichten Außerirdische – die so genannten Schließer – rätselhafte Portale auf der Erde und verbinden unseren Planeten mit zahllosen anderen bewohnten Welten. Interplanetare Reisen werden alltäglich, und die Nutzung eines Portals kostet dem Reisenden lediglich eine Geschichte, die dem Wächter des Sternentors erzählt werden muss. Der Privatdetektiv Martin Dugin ist ein Meister im Erfinden kleiner Geschichten, so dass er die Portale der Schließer regelmäßig beruflich nutzen kann: Er sucht Personen, die auf fremden Planeten verloren gingen und bringt sie oder auch nur Nachrichten über ihren Verbleib zurück nach Hause. Eines Tages erhält er den Auftrag, ein Mädchen namens Irina zu finden. Der Auftrag erweist sich als brisant, denn Irina hat eine Fehlfunktion der Portale entdeckt und ist dem Geheimnis der Schließer auf der Spur…

Lukianenko ist hierzulande durch seinen Fantasy-Zyklus um die »Wächter der Nacht«, dessen erster und zweiter Band erfolgreich verfilmt wurden, bekannt geworden. Mit seinem Roman »Spektrum« beweist er nun, daß er auch spannende und intelligente SF zu schreiben vermag. Die Geschichte, die er erzählt, ist originell, spannend, witzig und in einem angenehm altmodischen Stil geschrieben. Der Autor nimmt sich die Zeit, zwischendurch über die Feinheiten der russischen Küche zu philosophieren und leistet sich auch einmal ein paar ironische Seitenhiebe auf das Science-Fiction-Genre. Dennoch nimmt er seine lebensnah gezeichneten Figuren und ihre Abenteuer auf fremden Planeten ernst genug, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Das Buch bietet reine Unterhaltung, dies allerdings auf einem Niveau, das in der gegenwärtigen SF leider sehr selten geworden ist.

Fazit: ein großes Lesevergnügen und einer der besten SF-Romane seit Jahren.


Links zum Thema
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Kommentar(e)
Eher enttäuschend
Geschrieben von HDApollo am 2007-08-08 11:24:34
Auf mich hat das Buch zunächst auch einen originellen Eindruck gemacht und ich empfinde das Moskauer Ambiente und die Kochrezept-Passagen als einen witzigen Kontrast eigentlichen SF-Teil des Romans. Das erinnert so ein bißchen an Lem. Allerdings hat das Buch m.E. drei große Schwächen, sodass ich es nach 2/3 ins Altpapier geben musste: Die Aliens sind extrem Stereotyp, die ständigen Antiamerikanismen zeugen von einem nervige Minderwertigkeitskomplex des Autors und die technisch/wissenschaftlichen Seiten des Romans sind voller Fehler. Ich kann nicht verstehen, warum das Buch so gelobt wird.

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