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Mittwoch, 27. Juni 2007 | Autor: Alexander Pechmann

Brian Herbert & Kevin J. Anderson – Die Jäger des Wüstenplaneten Drucken E-Mail
  Die Jäger des Wüstenplaneten
 
Originaltitel: »Hunters of Dune«
Roman, Großformat, Heyne Science Fiction 2007
Übersetzt von Bernhard Kempen
ISBN 3-453-52289-3, 15,- €, 687 Seiten

Brian Herbert und Kevin Anderson haben in den letzten Jahren bereits sechs dicke »Prequels« zu den beliebten Dune-Romanen Frank Herberts veröffentlicht, die bei den Lesern auf ein eher geteiltes Echo stießen: einige hielten sie für überflüssig, andere freuten sich über schlichte Weltraumabenteuer, ohne die für Frank Herberts Originalromane typischen weitschweifigen Grübeleien. Mit »Die Jäger des Wüstenplaneten« erscheint nun ein Buch, das auf den Aufzeichnungen und Plänen Frank Herberts für »Dune 7« basiert – eine direkte Fortsetzung von »Die Ordensburg des Wüstenplaneten«. Es handelt sich also um das Buch, das den Dune-Zyklus abschließen sollte… Schön wär’s: denn auch die »Jäger« enden mit einem Cliffhanger, der auf den nächsten (und wohl auch nicht letzten) Band der Serie verweist – »Die Sandwürmer des Wüstenplaneten«.

Die Handlung ist für jemanden, der die anderen Dune-Romane nicht kennt, vollkommen unverständlich: Duncan Idaho und Sheeana fliehen mit ein paar Getreuen und einer Handvoll Sandwürmer in einem Nicht-Schiff von Ordensburg, dem Planeten der Bene Gesserit, um einen neuen Wüstenplaneten zu finden, nachdem der alte von den geehrten Matres zerstört wurde. Murbella versucht auf Ordensburg, den Orden der Matres mit den Bene Gesserit zu vereinen, und stößt dabei auf den heftigen Widerstand von Hellica und ihren gewalttätigen Anhängerinnen, die von bösen Gestaltwandlern unterwandert wurden, welche wiederum von einer weiteren und größeren rätselhaften Macht kontrolliert werden – dem »Äußeren Feind«, der es auf die Vernichtung des »Alten Imperiums« abgesehen hat. Um im Kampf gegen diesen »Feind« bestehen zu können, werden »Gholas« d.h. Klone der alten Helden aus Band 1 bis 3 fabriziert, während die Gestaltwandler nichts besseres zu tun haben als einen Ghola des Oberschurken Baron Harkonnen herzustellen… Fortsetzung folgt.

Man könnte den Titel des Buches auch in »Die gnadenlosen Ausschlachter des Wüstenplaneten« umbenennen, aber andererseits bietet dieser Band 7 der Dune-Serie doch einiges an kurzweiliger Lektüre. Frank Herberts Dune-Universum ist faszinierend genug, so daß auch der tausendste Aufguß der alten Geschichte noch seine Reize hat. Herbert/Anderson können zumindest flott und spannend schreiben und den (schon ziemlich verwirrenden) Plot aus Band 6 einigermaßen logisch weiterentwickeln. Es gibt zwar einige Handlungsfäden, die buchstäblich im Sand verlaufen, doch das Buch bleibt über viele Seiten unterhaltsam und macht Lust auf die Fortsetzung, auch wenn das Ganze auf eine reine Space-Opera hinausläuft und Frank Herberts großes Thema, die Verknüpfung von Religion und politischer Macht, hier völlig ignoriert wird.

Fazit: eine anspruchslose, aber unterhaltsame Fortsetzung des Dune-Zyklus.


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Kommentar(e)
Verrat!
Geschrieben von Robin am 2007-07-07 00:27:55
"[...] Frank Herberts großes Thema, die Verknüpfung von Religion und politischer Macht, hier völlig ignoriert wird." 
 
Das bringt es doch auf den Punkt. 
Da wurde ein Gesamtkunstwerk zerstört. Die prequels waren schon schlecht (wenn auch unterhaltsam) - Star Wars mit Sand (Anderson-Style) und man merkte immer wann, wer was schrieb. Aber der 7. Teil der die Original-Serie nun verunstaltet ist für mich ein Frevel!
Geschrieben von lothar bauer am 2007-07-15 08:31:54
Hallo! 
 
Also die erste Triologie von Beiden hat mir sehr gut gefallen oder soll ich sagen sie haben mich gut unterhalten. (Die Häuser Corino, Harkonen und Atreides.9)  
Man list halt manchmal nur umsich abzulenken vom tirsten streßreichen Alltag und da müßen Bücher/Romane nicht immer auch anspruchsvoll sein. 
Die weitere Triologie in der auc erzählt wird wie es zum Konflikt der Häuser Atreides und Harkonen kam, lag mir nicht so. Was an der Thematik lag. Dem Konflikt derMenschen und den Künstlichen Intelligenzen. 
 
Ob ich mirdie neue Triologie zulegen werde!?
Hallo!
Geschrieben von Guest am 2007-08-19 18:30:59
Also ich fand Teil 5 und 6 nicht mehr so berauschend!!! Auch die Vorgeschichte von Brian Herbert und Kevin J. Anderson kann nicht mehr so überzeugen wie der original Wüstenplanet!!!  
Allerdings find ich, hat die Idee, sämtliche Helden aus Teil 1 - 3 zurück kehren zu lassen, doch nen gewissen Reiz! Mal kucken ob ich das Buch vielleicht doch lese!
Eine Lanze brechen...
Geschrieben von Robert am 2007-08-25 01:36:23
... möchte ich für diese Fortsetzung der alten "Dune"-Reihe. Ich habe das Buch schon gelesen und bin 
froh, endlich zu erfahren, wie die Geschichte nach 
Teil 6 weitergeht. 
Gerade für dieses Buch lohnt es sich, die Prequels 
von Herbert/Anderson zu lesen. Vieles, das dort angedeutet wurde oder noch offen blieb, löst sich 
hier auf und verbindet die alte Reihe, wie ich finde, 
recht gelungen mit den neuen Büchern. 
Es kann und soll hier nicht um die Verknüpfung von 
Religion und politischer Macht gehen, sondern um den finalen Überlebenskampf der Menschheit, für 
den Paul und sein Sohn Leto II. ihre Religion aus der Taufe gehoben haben und die Menschheit in ein riesiges Chaos gestürzt haben. 
Die Macht, die vor allem Leto II. errang, nutzte er um die Menschen auf den Kralizec, die Schlacht am Ende der Zeit, vorzubereiten (wird, glaube ich, schon in Teil 2 oder 3 des Wüstenplaneten erstmalig genannt). Darauf zielte schon Frank Herbert ab, sonst hätte er wohl kaum schon in Teil 4 - 6 darauf hingearbeitet und so umfangreiche Notizen zu Teil 7 hinterlassen.  
Mein Fazit: Der Wüstenplanet-Zyklus dreht sich weniger um Religion oder Politik, sondern darum, eine Richtung zu zeigen , wie sich der Mensch im zu einem besseren, stärkeren, rationalerem Wesen weiterentwickeln muss, um in einem feindlichen Universum, in dem wir nun mal leben, auch noch in 20000 oder 200000 oder 2 Millionen Jahren zu exisieren. Es geht um die Reifung unseres Geistes 
und die Perfektionierung unserer Körper, das ist es, was Frank Herbert meiner Meinung nach darstellen will. 
 
Dies ist natürlich nur meine Ansicht, und jeder kann denken was sie/er für richtig hält.
Vorwort nicht gelesen?
Geschrieben von Manfred am 2007-08-25 08:35:33
Im Vorwort wird doch explizit gesagt, dass "Die Jäger des Wüstenplaneten" Band 1 von 2 eines insgesamt 1300 Seiten umfassenden Dune-7-Konzepts darstellt. Dass der Band 1 / 2 also mit einem Clifhanger endet, ist daher wenig überraschend. Schade ist nur, dass Band 2 / 2 nicht zum gleichen Zeitpunkt wenigstens angekündigt wurde oder (was jetzt natürlich zu spät ist) erschienen ist.
Keine Panik
Geschrieben von Andreas am 2007-10-08 20:59:48
Wer auf den Rest des Buches wartet... Kein Problem, ist bereits auf English erschienen und kann gekauft werden. Wann es nun auf deutsch erscheint? Vermutlich bald, aber lasst dem Übersetzer etwas Zeit

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