SF-Fan.de 2.0




Add to Google

Das Science-Fiction-Portal arrow Buch arrow Rezensionen arrow Dan Simmons – Olympos
Samstag, 15. April 2006 | Autor: Alexander Pechmann

Dan Simmons – Olympos Drucken E-Mail
  Olympos
 
Originaltitel: Olympos
Roman, Heyne Science Fiction
Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
Umschlaggestaltung: Nele Schütz Design, München
Großformat, 956 Seiten
ISBN 3-453-52123-4, 15 Euro

»Der Krieg gegen die Götter hatte begonnen« – Dieser letzte Satz aus Dan Simmons Roman »Ilium« war wohl einer der gemeinsten Cliffhanger, die je gedruckt wurden, und es war klar, daß eine Fortsetzung unvermeidlich sein würde. Mit »Olympos« erscheint nun der langerwartete zweite Teil der phantastischen SF-Saga um den Altphilologen Hockenberry, der den griechischen Göttern als Kriegsberichterstatter im Kampf um Troja diente, bis er beschloß, durch seine persönliche Einmischung der Geschichte eine interessante Wendung zu geben. In »Ilium« wurde klar, daß die »Götter« lediglich technologisch und genetisch aufgerüstete Menschen einer fernen Zukunft waren – es blieb jedoch offen, welchen Zweck ihr grausames Spiel mit den Achäern und Trojanern diente und welche Beziehung es zu den »Altmenschen« gab, die auf einer fast völlig entvölkerten Erde eine Party nach der anderen feierten, ohne sich je Gedanken über ihren Lebenssinn und ihr Überleben machen zu müssen.

Nachdem in Band 1 das Partyleben der Altmenschen schließlich doch ein grausames Ende fand, erzählt der 2. Band vor allem von ihrem Kampf gegen ihre einstigen Diener, die mechanischen Voynixe und gegen ein Monster namens Setebos, das sich vom Leid der Menschen ernährt. Die Voynixe wurden ursprünglich zu dem Zweck konstruiert, Menschen zu töten, anstatt ihnen zu dienen. Der Krieg gegen die Götter wird hingegen zunehmend chaotisch, bis sich die Götter untereinander bekämpfen und die eben noch verbündeten Griechen und Trojaner wieder gegeneinander in die Schlacht ziehen. Achilles kämpft gegen die Amazonenkönigin Penthesilea und verliebt sich dank einer Überdosis stimulierender Pheromone in sie – leider erst, nachdem er sie getötet hat. Nun setzt er buchstäblich Himmel und Hölle in Bewegung, um die Amazone zurück ins Leben zu bringen. Die Moravecs, Cyborgs von den Jupitermonden, setzen ihre Expedition fort und fliegen zur Erde, um herauszufinden, wer hinter den Wurmlöchern steckt, die den Mars der Zukunft mit der Erde aus Homers »Ilias« verbindet. Währenddessen muß der Altmensch Harman zum Mount Everest reisen, um das Rätsel der Voynixe zu lösen und etwas über die letzten Jahrtausende der Menschheitsgeschichte herauszufinden.

Die Zusammenfassung klingt schwachsinnig, und die Lektüre von Band 1 wird natürlich vorausgesetzt. »Olympos« zeigt allerdings auch einige Schwächen, die in »Ilium« vermieden wurden. »Ilium« glänzte durch verblüffende Ideen, absurde Einfälle, epische Breite, Spannung und eine genaue Kenntnis der antiken Literatur, die derart frisch und respektlos vermittelt wurde, daß man große Lust auf Homers Originale bekam. In »Olympos« sind all diese Ideen kalter Kaffee und müssen nun aufgewärmt werden, um Antworten auf all die Fragen zu geben, die in »Ilium« offen geblieben waren. Was dann noch übrigbleibt, sind eine Handvoll witziger Einfälle, ein paar blutrünstige Schlachten und Zweikämpfe, eine Prise Quantenphysik, ein bißchen Shakespeare, ein wenig Homer mit Vergil gemixt, jede Menge Monster und schöne Frauen mit großen Brüsten, die meist als »Schlampe« oder »breitärschige Edelnutte« bezeichnet werden. Einmal ist es witzig, beim zweitenmal peinlich und beim tausendsten Mal langweilig. Trotzdem ist »Olympos« recht flüssig geschrieben (bzw. übersetzt) und streckenweise auch sehr unterhaltsam. Doch während »Ilium« intelligenter Schwachsinn war, der beim Lesen immer wieder durch geniale Einfälle überraschte, ist »Olympos« nur noch halbintelligenter Schwachsinn, dessen wenige geniale Einfälle die tausend Seiten nicht so prall füllen, wie man es von Simmons hätte erwarten können.

Fazit: »Olympos« ist zwar eine notwendige Fortsetzung zu »Ilium«, doch die Fragen aus Band 1 waren viel spannender und interessanter als die Antworten in Band 2.


 Links zum Thema
> »Olympos« bei Amazon.de bestellen
> Rezension von Dan Simmons' »Hyperion«

Kommentar schreiben
Name:
Titel:
Kommentar:

Code:* Code

Kommentar(e)
Was soll ich sagen?
Geschrieben von Dr.Soltberg am 2006-05-20 17:40:14
Was ich aus den ersten Zwei Paragraphen entnehme hört sich spannend an! :)  
 
Vielleicht gönn ich mir das Buch ma! ;)  
 
Jedoch wurd der Text, dann so langweilig, dass es mir unmöglich schien weiter zu lesen! :zzz  
 
Hoffentlich is das Buch besser als die Kritik... :p :x
Pro und Kontra
Geschrieben von Guest am 2006-12-27 21:44:44
Die Fragen, die Ilium aufwirft, sind durchaus spannend und die Antworten die Olympos dem gemeinem Leser bietet, lassen eigentlich fast keine Frage offen. 
 
Vielmehr ist es doch der Witz (Achilles), der die Geschichte am laufen hält, und dafür hat der Autor grenzenlosen Dank verdient.  
 
t.f.n. 
 
Geschrieben von Guest am 2008-04-14 00:05:04
...halbintelligenter Schwachsinn....? Vielleicht hast du es nur nicht verstanden!

Powered by AkoComment 2.0!




Jetzt Bookmark setzen?
bookmarks.ag del.icio.us Digg.com Favoriten.de MyTagz.de SEOigg Slashdot StumbleUpon Technorati Mister Wong Yahoo Yigg
 
Du willst bloggen?

Dann blogg doch beim SF-FanTreff!
Einfach, Kostenlos und direkt bei den Fans.

SF-FanTreff basiert auf WordpressMU und ist damit zukunftssicher und quelloffen.



Verwandte Themen

Neueste Meldungen

Meist gelesen

SF-Fan.de 2.1 Seite erzeugt in 0.709 seconds.