Filmkritik: »Solo: A Star Wars Story« – Die Abenteuer des jungen Han Solo

Kinoposter
Kinoposter zu »Solo«

Inhalt: Der coolste Pilot der Galaxis, Han Solo, und sein großer Freund Chewbacca kehren mit Lichtgeschwindigkeit auf die große Leinwand zurück: »Solo: A Star Wars Story« erzählt humorvoll und mit viel Action, wie die zwei beliebtesten Helden des Universums erstmals aufeinander treffen und ihre einzigartige Freundschaft beginnt.
Bei einer Reihe waghalsiger Abenteuer in der düsteren und gefährlichen kriminellen Unterwelt lernt Han Solo (Alden Ehrenreich) seinen späteren Co-Piloten Chewbacca (Joonas Suotamo) kennen und trifft auf den berüchtigten Glücksspieler Lando Calrissian (Donald Glover). »Solo: A Star Wars Story« markiert den Beginn der außergewöhnlichen Freundschaft des Helden-Duos der Star-Wars-Saga! „Filmkritik: »Solo: A Star Wars Story« – Die Abenteuer des jungen Han Solo“ weiterlesen

Kinoposter zu »Deadpool 2« (2018)



DEADPOOL 2
Schauspieler: Ryan Reynolds, Josh Brolin, Morena Baccarin, Julian Dennison, Zazie Beetz, T.J. Miller, Brianna Hildebrand, Jack Kesy
Kostümdesign: Kurt Swanson, Bart Mueller
Musik: Tyler Bates
Ausführende Produzenten: Stan Lee, Jonathon Komack Martin, Kelly Mccormick, Ethan Smith, Aditya Sood, Rhett Reese, Paul Wernick
Drehbuch: Rhett Reese & Paul Wernick & Ryan Reynolds
Regie: David Leitch

Filmlänge: 109 Minuten
Kinostart: 17. Mai 2018

Filmkritik: »Avengers: Infinity War« (2018) – Alle gegen Thanos

Inhalt: Thanos ist da und er will alle sechs Infinity-Steine einsammeln um absolute Macht über das Universum zu erlangen. Alle uns bekannten Helden des Erde und des Universums treten an verschiedenen Orten gegen ihn und seine Schergen an, aber wird es ihnen gelingen Thanos aufzuhalten? Die Avengers und ihre Verbündeten sind bereit alles zu opfern…

In der Welt der Superhelden-Comics bedeuten große Crossover-Events, also mehrteilige Geschichten, in denen Helden aufeinander treffen, die ansonsten in getrennten Comic-Heftserien agieren, meistens ganzseitige Panels mit gewaltigen Prügelszenen. Und wenn es ein wirklich wichtiges Event ist, kommt es auch eine groß angelegte Veränderung der Comicwelt mit sich.
Es war schon seit längerem klar, dass der dritte Avengers-Film nicht einfach ein weiteres Avengers-Abenteuer erzählen wird, sondern sich größere Umwälzungen der Marvel-Filmuniversums anbahnen. Alleine schon deshalb, weil klar ist, dass Robert Downey jr. nicht auf ewig Tony Stark spielen wird. »Avengers: Infinity War« ist zum einen der Abschluss der ersten drei Phasen und gleichzeitig doch kein Ende für unsere Helden. Auch wenn die Regisseure Anthony und Joe Russo so getan haben, als wäre der zuerst auf zwei Filme angelegte »Infinity War« nun in einem Film abgehandelt, so ist dem natürlich nicht so – »Avengers 4« wird die Geschichte des Filmes fortsetzen und auch erst die Geschichte zu einem wahren Ende bringen. Soviel sei deshalb verraten: »Avengers: Infinity War« endet letztlich mit einer Frage, nicht mit einer Antwort.

Marvel Studios‘ AVENGERS: INFINITY WAR..L to R: Doctor Strange/Stephen Strange (Benedict Cumberbatch), Iron Man/Tony Stark (Robert Downey Jr.), Bruce Banner/Hulk (Mark Ruffalo) and Wong (Benedict Wong)..Photo: Chuck Zlotnick..©Marvel Studios 2018

Das klingt kryptisch? So ist es auch gemeint. Ich will und werde hier keine Handlungsdetails verraten, denn natürlich ist die grobe Handlung des Films bekannt (siehe oben) und zum anderen wäre es hier geradezu bösartig jeden Twist zu verraten. Was den Russo-Brüdern jedoch perfekt gelingt, ist es die Balance zwischen den Figuren, dem Bösewicht und der Fortgang der Handlung zu halten. All das, was mich an »Justice League« so genervt hat, fehlt hier völlig: hier müssen nicht Helden sekundenlang voller Pathos in die Kamera blicken nur um dann irgendwelche bedeutungsschwere Worte von sich zu geben. Hier taucht kein Held am Ende auf, um den Bösewicht dann ohne echte Mühe einfach mal wegzuprügeln. Bei Marvel und den Avengers geht es zur Sache und wer die Kampfszene in »Captain America: Civil War« schon beeindruckend fand, darf sich getrost freuen – gegen Thanos fällt das alles größer aus. Und der Kampf beginnt in den ersten Minuten und geht bis zum Schluss des Films weiter. Dabei werden die bekannten Teams bunt durcheinander gewürfelt und z.B. Iron Man, Spider-Man und Doctor Strange treten mit einem Teil der Guardians gegen Thanos an. Auch diesmal bringt übrigens Peter Parker wieder eine rettende Idee aus einem SF-Film in den Kampf ein! Und diese Team-Zusammensetzung lässt ganz richtig auch vermuten, dass die Regisseure zwar an Pathos gespart haben, aber Humor hier trotzdem noch seinen Platz hat. Oder kann sich jemand vorstellen, dass Tony Stark oder Peter Parker angesichts einer kosmischen Katastrophe ihren Humor verlieren?

Marvel Studios‘ AVENGERS: INFINITY WAR..L to R: Star-Lord/Peter Quill (Chris Pratt), Mantis (Pom Klementieff), Groot (voiced by Vin Diesel)..Photo: Film Frame..©Marvel Studios 2018

Übrigens fehlen tatsächlich ein paar Helden bei diesem großem Kampf. Aber es sind nur ganz, ganz wenige. Selbst alte Feinde finden in diesem Film noch einen Platz für einen großen Auftritt, für eine wichtige Szene. Jede Figur findet hier ihren Platz, auch solche, mit denen man nicht gerechnet hatte. Die Stärke des Filmes ist nicht, dass es hier um einen alles entscheidenden Kampf geht, sondern dass es tatsächlich gelingt allen Figuren in diesem Film ihren Platz, ihre Geschichte und manchmal auch ihr Ende finden zu lassen.

Und mein Fazit? Ich will sofort »Avengers 4« sehen und erfahren, wie’s weitergeht. Oder zumindest erfahren, welchen Titel die Fortsetzung tragen wird. Marvel, das muss alles schneller gehen!

PS: Es gibt genau eine Post-Credit-Szene, mit einem Hinweis auf… nein, das verrate ich auch nicht. Wundert Euch selbst!

Avengers: Infinity War
Originaltitel: Avengers: Infinity War
Startdatum: 26.04.2018
Regie: Anthony und Joe Russo
Darsteller: Robert Downey Jr., Josh Brolin, Chris Evans, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Jeremy Renner, Benedict Cumberbatch, Chadwick Boseman, Chris Pratt, Tom Hiddleston, Gwyneth Paltrow, Benicio del Torro

Filmkritik: »Ready Player One« (2018) – Zurück in die Vergangenheit und die Zukunft

Im Jahr 2045 ist die reale Welt nur schwer zu ertragen. Wirklich lebendig fühlt sich Wade Watts (Tye Sheridan) nur, wenn er in das gigantische virtuelle Universum OASIS entfliehen kann, in dem die Grenzen der Geografie, der Gesetze und auch der Identität aufgehoben sind – solange man nur seiner Fantasie freien Lauf lässt. Dort verbringen die meisten Menschen ihre Tage. Entwickelt wurde OASIS vom genialen, exzentrischen James Halliday (Mark Rylance), der sein ungeheures Vermögen und die totale Kontrolle über OASIS der ersten Person hinterlässt, die siegreich aus einem dreiteiligen Wettbewerb hervorgeht: Dadurch will Halliday sicherstellen, dass ein würdiger Erbe sein Nachfolger wird. Als Wade die erste Aufgabe der realitätsverändernden Schatzsuche löst, geraten er und seine Freundesclique, die High Five genannt wird, in ein fantastisches Universum voller Entdeckungen und Gefahren und bemühen sich, OASIS und ihre Welt zu retten.




Im Alter von 71 Jahren wagt sich Steven Spielberg mit »Ready Player One« an einen Film, der zum einen eine Hommage an die Spiel- und Filmkultur der 1970er und 1980er Jahre darstellt, zum anderen aber auch zur Hälfte in künstlichen, virtuellen Welten spielt und deshalb größtenteils am Computer entstand. Als Vorlage diente der Erfolgsroman »Ready Player One« von Ernest Cline, der mit viel Liebe zum Detail eine Geschichte entwickelte, die moderne virtuelle Welten, Nerdkultur der 1980er und ein rasantes Abenteuer vereinte. Der Roman ist eine klare Leseeempfehlung, aber für den Film wurde die Handlung in manchen Punkten verändert und angepasst.




So sind es vor allen die Rätsel, die für die Verfilmung verändert wurden. Im Mittelpunkt stehen deshalb weniger alte Konsolenspiele, sondern die Filme, die James Halliday als Jugendlicher gerne sah. Und »Ready Player One« nutzt dieses Füllhorn an Ideen aus – die OASIS ist randvoll mit Versatzstücken und Figuren und Gerätschaften aus unseren Lieblingsfilmen der 1980er. So fährt Parzival, wie sich Wade Watts in der OASIS nennt, natürlich einen DeLorean DMC-12, wir sehen den IRON GIANT, King Kong und vieles mehr. Dazu dröhnt Van Halen mit »Jump« gleich am Anfang des Filmes los. Wie gesagt: Spielberg leert das Füllhorn an möglichen Ideen tüchtig aus – es ist wirklich eine Freude für jemanden, der in den 1980ern jung war und im Kino bereit ist in eine Filmwelt abzutauchen. Wobei man durchaus sagen muss, dass die OASIS sich in den meisten Szenen auch optisch immer künstlich anfühlt, sie entstand am Computer und sie soll auch so aussehen. Sie wirkt in ihrer bonbonartigen Farbigkeit wie ein Computerspiel, Wade und seine Mitstreiter wie Figuren aus Final Fantasy, World of Warcraft und Co.




Die Änderungen an der Handlung sorgen auch dafür, dass die anderen Mitglieder der High Five auch etwas mehr in den Fokus gerückt werden. Relativ früh im Film lernen sie sich bereits in der realen Welt kennen und der Handlungsstrang zur Infiltration von IOI, den Bösewichtern der Geschichte, wird mehr als zur Hälfte auf Art3mis verlegt. Damit muss man aber auch auf die Schwachstellen der Verfilmung verweisen: Wades Erzgegner, Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn), entstammt direkt einem Drehbuch der 1980er. Er soll zwar böse sein, aber nicht so richtig, damit die Altersfreigabe ab 12 bestehen bleibt. Er ist ein Bösewicht, wie ihn sich ein Kind vielleicht vorstellt: er ist gemein zu unseren Helden, aber auch dumm und zu blöd, um sich sein Passwort für die OASIS zu merken. Er will die Macht über die Welt, benimmt sich dabei aber so ungeschickt, dass er auch ohne Gegner gescheitert wäre. So sehr der ganze Film an die bunte Filmwelt unserer Jugend erinnern will, so hätte er sich doch einen besseren Gegner gönnen sollen, der dieser ansonsten schönen Geschichte auch würdig wäre. Und er hätte sich auch trauen können, die Slums von Wades Heimat auch als solche zu zeigen, und nicht nur als sonst fast traute Welt in aufeinander gestapelten Wohncontainern. Alles in allem ist der Film aber ein buntes Abenteuer mit tollen Ideen und einer rasanten Handlung – und Schauspielern, die dabei in den Hintergrund treten. Nur wenn Spielberg in die Welten Kubricks abtaucht, dann ändert sich das etwas…




Am Ende von Löwenzahn regte Peter Lustig die Kinder an, den Fernseher jetzt auszuschalten. »Ready Player One« will uns die gleiche Botschaft vermitteln – habt Spaß, aber vergesst nicht die reale Welt – so, wie man das halt auch in den 1980ern gemacht hätte. Als buntes, rasantes und weichgespültes Abenteuer. Dafür gibt es große Kinoleinwände!




Kinoposter zu »Ready Player One« (2018)

Im Jahr 2045 ist die reale Welt nur schwer zu ertragen. Wirklich lebendig fühlt sich Wade Watts (Tye Sheridan) nur, wenn er in das gigantische virtuelle Universum OASIS entfliehen kann, in dem die Grenzen der Geografie, der Gesetze und auch der Identität aufgehoben sind – solange man nur seiner Fantasie freien Lauf lässt. Dort verbringen die meisten Menschen ihre Tage. Entwickelt wurde OASIS vom genialen, exzentrischen James Halliday (Mark Rylance), der sein ungeheures Vermögen und die totale Kontrolle über OASIS der ersten Person hinterlässt, die siegreich aus einem dreiteiligen Wettbewerb hervorgeht: Dadurch will Halliday sicherstellen, dass ein würdiger Erbe sein Nachfolger wird. Als Wade die erste Aufgabe der realitätsverändernden Schatzsuche löst, geraten er und seine Freundesclique, die High Five genannt wird, in ein fantastisches Universum voller Entdeckungen und Gefahren und bemühen sich, OASIS und ihre Welt zu retten.

Kinostart: 5. April 2018

Filmkritik: »Auslöschung« | »Annihilation« (2018)

Als Teil eines Expeditionsteams will eine Biologin und ehemalige Soldatin namens Lena herausfinden, was ihrem Ehemann in dem dubiosen und geheimnisvollen Gebiet namens Area X zugestoßen ist, welches sich an der amerikanischen Küste zunehmend ausbreitet. Im Areal angekommen, entdecken die Wissenschaftlerinnen mutierte Naturphänomene und Kreaturen, die ebenso gefährlich wie beeindruckend sind und nicht nur ihren Verstand, sondern auch ihr Leben gefährden.

Poster zu Auslöschung (2018)
Bereits bei seinem Regiedebut »Ex Machina« (Filmkritik) aus dem Jahr 2015 schien Alex Garland die Frage, ob der Film auch ein Erfolg werden könnte, eher weniger zu interessieren. In meiner Kritik schrieb ich damals, dass die Geschichte des Films streng genommen auch als Kammerspiel auf einer Theaterbühne bestens funktionieren würde – der ganze CGI-Aufwand zur Erschaffung eines menschenähnlichen Roboters war nur eine optische Ergänzung. Zu »Sunshine« (Fimkritik) aus dem Jahr 2007 verfasste Garland zwar nur das Drehbuch (Regie führte Danny Boyle), aber auch hier schien bereits deutlich der kommerzielle Erfolg nicht das erste Kriterium gewesen zu sein – leider aber auch nicht die innere Logik des Films, der vor allem von der einmaligen, bildhaften Darstellung der Sonne als Protagonist lebte.

Nun hat sich Alex Garland also an die Southern Reach Trilogy (Annihilation, Authority und Acceptance) des Autors Jeff VanderMeer herangewagt, genauer gesagte verfilmte er nur den ersten Roman und schrieb auch selbst das Drehbuch dazu. Paramount schien jedoch bereits nach ersten Testvorführungen zu merken, dass auch dieser Film es im Kino schwer haben wird gegen die Konkurrenz zu bestehen. Das Angebot von Netflix exklusiv die weltweiten Distributionsrechte (außer für die USA) zu kaufen und den Film bereits ab dem 12.3. weltweit zu zeigen, sollte man als Filmfreund deshalb vor allem als Chance begreifen. Ob es hierzulande nämlich wirklich jemals zu einem echten Kinorelease gekommen wäre, darf angezweifelt werden. Und ja, mir ist klar, dass jetzt trotzdem viele rufen werden (vor allem die, die den Film noch nicht gesehen haben), dass dies nur zeigt, dass intelligente Science Fiction im Kino keine Chance hat (vor allem angesichts des großen Erfolges von Disney mit Star Wars und seinen Marvel-Superhelden). Aber nicht jede Geschichte, die einen schlussendlich ratlos zurücklässt, ist deshalb besonders intelligent oder vor allem toll erzählt.

Gina Rodriguez, Tessa Thompson, Tuva Novotny, Natalie Portman and Jennifer Jason Leigh in Annihilation from Paramount Pictures and Skydance.

Denn Alex Garland schafft es nicht die schon als Roman eher spröde und distanzierte Geschichte zu einem emotionaleren Erlebnis werden zu lassen. Bei Garland betreten fünf Frauen die unbekannte Welt des Shimmers, die vor allem schwer an sich und ihren Problemen zu schleppen haben. Aber sie bleiben uns letztlich fremd (ihre Problemen werden uns immer wieder erzählt und zu selten präsentiert) und auch Natalie Portmans Hauptfigur, die scheinbar nur deshalb aufbrach, um ihren verlorenen Ehemann zurückzuholen, wird uns immer unklarer in ihrer Motivation. Und wie bei »Ex Machina« drückt sich auch hier der Film um einen Blick weiter in das angerissene Problem hinein. Ob Garland hier auf die Verfilmung des zweitens Romans hoffte? Ich weiß es nicht, aber ich gehe fest davon aus, dass es dazu nicht kommen wird. Ja, »Auslöschung« ist ein ganz sehenswerter kleiner Film geworden, aber es ist bei weitem kein Meisterwerk. Er kratzt an der Oberfläche, er zeigt manchmal, was jenseits einer Expedition in eine mutierte Welt möglich gewesen wäre (ausgerechnet bei einem Angriff), aber er bleibt letztlich ebenso wie der Roman – gerade aufgrund seines Endes – irgendwie immer gefühlsarm. Eine Expedition in eine fremde Welt kann auch unterhaltsamer und bewegender ausfallen…

Hinweis: Diese Kritik beruht auf der Sichtung eines Screeners, der von Netflix zur Verfügung gestellt wurde.

ANNIHILATION (2018)
Regie und Drehbuch: Alex Garland
Darsteller: Natalie Portman, Oscar Isaac, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez und Tuva Novotny
Ab dem 12. März 2018 in Deutschland exklusiv auf Netflix (kein Kinorelease!)