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Kurzkritik und Kinocharts USA/Kanada: »Arrival« (2016)

arr_hauptplakat_rz_a3_300dpi_1400Zwei Wochen vor Deutschland und Österreich wurde ARRVIAL von Regisseur Dennis Villeneuve bereits in Nordamerika gestartet und erreichte dort Platz 3 in den Kinocharts. Der erste Platz wurde von  DOCTOR STRANGE auch in seiner zweiten Spielwoche verteidigt. Trotzdem sind die $ 24 Mill. von ARRIVAL als großer Erfolg zu werten, da die Erwartungen deutlich übertroffen wurden und dieses Ergebnis mit einem kleineren Wide-Release mit 2.317 Locations erreicht wurde. Im Vergleich dazu wurden z. B. DOCTOR STRANGE in 3.882 oder SUICIDE SQUAD gar in 4.255 Standorten gestartet; beide Filme dieser Größenordnung mit dementsprechend großen Produktions- und Marketingbudgets ausgestatt und bereits von der Konzeption als breite Blockbuster angelegt.

ARRIVAL wurde mit vergleichsweise geringen $ 47 Mill. produziert und beweist einmal mehr, das Qualität nicht von der Größe des Budgets abhängig ist. Der Film sorgte bereits auf zahlreichen Filmfestivals der Welt für Begeisterung und zeigt, dass es erfreulicherweise nach wie vor ein Interesse für Science-Fiction abseits von sinnentleerten CGI-Leistungschauen gibt.

In ARRIVAL landen zwölf Alien-Raumschiffe an verschieden Standorten der Erde und die Linguistin Dr. Louise Banks (Amy Adams) soll mit Unterstützung von Dr. Ian Donelly (Jeremy Renner) eine Kommunikation zwischen Aliens und Menschen zu etablieren, um die wahren Absichten der außerirdischen Besucher herauszufinden. Die Zeit drängt, da verschiedene Nationen die Ankunft der Außerirdischen als agressiven Akt interpretieren und kriegerische Maßnahmen in Erwägung ziehen.

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Der Film basiert auf der im Jahr 1999 veröffentlichten Kurzgeschichte STORY OF YOUR LIFE (Sturgeon Award 1999, Nebula Award 2000) von Ted Chiang und wurde von Eric Heisserer als Drehbuch adaptiert. Dennis Villeneuve schafft einen pazifistischen Gegenentwurf zu Roland Emmerichs INDEPENCENCE DAY und zeigt, dass intelligente Science-Fiction weder langweilig noch belehrend sein muss und darüber hinaus auch kommerziell höchst erfolgreich sein kann. ARRIVAL erwartet vom Zuseher Aufmerksamkeit und wer bereit ist diese zu geben, wird durchgehend gefesselt sein, daran ändert auch das etwas übertriebene Pathos zum Ende hin nichts.

Kamermann Bradford Young übersetzt Villeneuves Vision in reduzierte, klinische Farben und designte Bilder, die eingängig von der Filmmusik untermalt werden. Jóhann Jóhannsson komponierte einen sphärischen, von dunklen Synthesizern dominierten Filmscore, der die Thematik der Fremdartigkeit verstärkt und wie schon lange kein anderer Film mehr, eine perfekte Symbiose mit den Aufnahmen eingeht.

 

Amy Adams liefert mit ihrer Rolle als – mitunter auch überforderte –  Linguistin und trauernde Mutter eine der besten Leistungen ihrer Karriere ab, unterstüzt von Jeremy Renner und Forest Whitaker.

Einige Nominierungen für Golden Globes und Oscars, darunter auch für Beste Hauptdarstellerin, Beste Regie und Kamera sind zu erwarten und auch Jóhann Jóhannsson verdient für seine Musik einen Preis, dessen Komposition dürfte aber für die Academy vermutlich zuwenig traditionell sein. Die sensationellen 93% der Kritiker und 82% des Publikums auf Rotten Tomatoes sind zurecht verdient, denn ARRIVAL ist ein Science-Fiction-Juwel und gehört eindeutig zu den besten Filmen der letzten Jahre.

Filmstart DE + AT: 24. November 2014
FSK DE: ab 12 Jahren
Zensur AT: ab 12 Jahren
Länge: 116 Minuten
Verleih: Sony Pictures

Quelle Besucherzahlen: Box Office Mojo
Bildmaterial: Sony Pictures

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