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»Hardcore« (2016) – Action, Leichen und Motion-Sickness

Hardcore_PosterWar HARDCORE in den amerikanischen Kinos schon letzte Woche zu sehen, so kommt dieses Wochenende der Film von Ilya Naishuller auch in die deutschen und österreichischen Kinos. Das Besondere an dem Film ist, dass dieser komplett in der Ego-Shooter-Perspektive gedreht wurde. Ein Methode, die der Regisseur schon zwei Jahre zuvor beim Musikvideo zu BAD MOTHERFUCKER der Band Biting Elbows – deren Sänger und Gitarrist er ist – umgesetzt hatte. Das Video entwickelte sich zu einem Viral Hit und steht derzeit bei 33 Mill. Aufrufen auf YouTube.

Die Handlung ist simpel und schnell erzählt. Der verstorbene Henry erwacht eines Tages ohne  Identität und Erinnerung als Cyborg in einem futuristischen Moskau. Er stellt fest, dass seine Frau von einem telekinetisch begabten Psychopathen entführt wurde. Sogleich macht er sich auf die Suche nach seiner Gemahlin und der Weg dorthin ist – selbstredend – mit vielen Leichen und Action gepflastert.

Stilistisch orientiert sich der Film an First-Person-Shootern wie DOOM oder CALL OF DUTY und bleibt diesem Konzept bis zum Ende treu. Der Film wurde fast ausschließlich mit GoPro-Kameras gedreht und wendet sich von traditionellen Filmemachen radikal ab.

„Das Ziel war es, das Ganze mit HARDCORE noch ein wenig weiter zu treiben, das Publikum direkt in den Körper des Protagonisten zu versetzen, damit es das ursprüngliche und aufregende Gefühl, das wir normalerweise nur aus sicherer Distanz erleben dürfen, am eigenen Leib erfährt“, so Regisseur Ilya Naishuller.

 

Dass HARDCORE fertigstellt werden konnte, ist auch Fans und Filmbegeisterten zu verdanken, da das Geld für die Postproduktion via Crowdfunding aufgetrieben werden musste. Das Ergebnis hat offenbar einige Verleiher beeindruckt, denn nach seiner Premiere beim Toronto Film Festival wollten sowohl Lionsgate, Universal und STX Entertainment die Rechte für den Film erwerben. Der Zuschlag ging letztendlich für $ 10 Mill. an STX, doch ob sich das für die Firma rentieren wird, muss sich noch zeigen. Der Film spielte am ersten Wochenende in Nordamerika mit einem (überschätzen) Wide-Release (3.015 Locations) nur magere $ 5,1 Mill. ein. Die Kritiken waren gemischt und auf Rotten Tomatoes liegt der Film derzeit bei 51% bei den Kritikern und 63% bei den Besuchern. Ganz so neu ist die First-Person-Perspektive in Film und Musikvideo natürlich auch nicht, denn zuletzt hatte sich MANIAC (2012) dieses Mittels bedient oder auch The Prodigy – bereits 1997 – für das Video zu SMACK MY BITCH UP.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann das ab heute Abend in den Kinos tun. Wer jedoch schon beim Gamen unter Motion-Sickness leidet, sollte sich das zweimal überlegen, den 90 Min. Wackelkamera auf der großen Leinwand muss ein Magen erst mal aushalten.

Trailer 1:

https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=gt_08xZRo_M&feature=youtu.be

Trailer 2:

https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=N5UD0jjElNo&feature=youtu.be

»Hardcore« (2016)
Originaltitel: Hardcore Henry
Regie: Ilya Naishuller
Verleih DE: Capelight Pictures
Verleih AT: Polyfilm
Kinostart DE + AT: 14. Jänner 2016
FSK DE: ab 18 Jahren
Zensur AT: ab 16 Jahren
Länge: 90 Minuten
Bildformat: 2,35 : 1
Homepage: http://www.hardcorethemovie.com
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