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Arthur C. Clarke (1917-2008)

Der britische Science-Fiction-Autor Arthur Charles Clarke ist am 18. März 2008 im Alter von 90 Jahren gestorben. Arthur Charles Clarke, der seit 1956 auf Sri Lanka lebte, wurde vor allem durch den Film »2001: Odyssee im Weltraum« von Stanley Kubrick und seinen gleichnamigen Roman weltbekannt. Clarke erfand 1945 das Prinzip des Nachrichtensatelliten und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, auch den Ritterschlag durch Prinz Charles.

Arthur C. Clarke

Arthur C. Clarke wurde am 16. Dezember 1917 in Minehead, Somerset, geboren. Bereits mit Zwölf entdeckte der kleine Bauernjunge eine Ausgabe von »Amazing Stories« und entwickelte sich schnell zum Science Fiction-Fan. Nachdem er die Schule beendet hatte, ging er nach London, um dort ab 1936 als staatlicher Bilanzprüfer zu arbeiten. Im Zweiten Weltkrieg diente er bei der britischen Luftwaffe und überwachte dort u.a. den Aufbau und den Betrieb von Radaranlagen. Nach dem Krieg begann er ein Studium am King’s College in London und machte dort 1948 seinen Abschluß in Mathematik und Physik. Zu dieser Zeit war Arthur C. Clarke auch Vorsitzender der British Interplanetary Society.Arthur C. Clarke verkaufte seine erste Kurzgeschichte an »Astounding Science Fiction«, »Rescue Party« erschien allerdings erst in der Mai-Ausgabe 1946 und so wurde »Loophole«, sein zweiter verkaufter Text, in der April-Ausgabe seine erste professionell erschienene Geschichte. 1951 konnte er seine ersten beiden Romane veröffentlichen: »Prelude to Space« (dt. »Aufbruch zu den Sternen«) erzählte die Geschichte der ersten Mondlandung, und »The Sands of Mars« (dt. »Projekt: Morgenröte«). Seinen Durchbruch schaffte er 1953 mit »Childhood’s End« (dt. »Die letzte Generation«), einem Roman über die Entwicklung der Menschheit zu einer höheren Entwicklungsstufe.

Arthur C. Clarke und Stanley Kubrick auf dem Set von 2001: Odyssee im Weltraum

Arthur C. Clarke und Stanley Kubrick auf dem Set von 2001: Odyssee im Weltraum


Bereits 1951 schrieb Clarke die Kurzgeschichte » Sentinel of Eternity«, die später für die Kurzgeschichtensammlung »Expedition to Earth« in »The Sentinel« umbenannt wurde. Darin geht es um die Entdeckung eines außerirdischen Artefakts auf dem Mond. Diese Geschichte war später die Basis für die Zusammenarbeit von Arthur C. Clarke mit Stanley Kubrick und wurde zur Grundlage von »2001: A Space Odyssey«. Clarke schrieb zusammen mit Kubrick das Drehbuch, schrieb aber auch den gleichnamigen Roman. Ihm folgten später drei Fortsetzungen wechselnder Qualtität: »2010«, »2061« und 1999 schließlich »3001: die letzte Odyssee«. Arthur C. Clarkes Ruhm beruht aber nicht nur auf »2001«, sondern auch auf seinen weiteren wichtigen Romanen: u.a. »Rendezvous with Rama« (dt. »Rendezvous mit 31/439«), einem Roman über eine außerirdische Raumstation, die von ihren Einwohnern längst verlassen wurde – auch diesem Roman folgten drei Fortsetzungen; »The Fountains of Paradise« (dt. »Fahrstuhl zu den Sternen«) und »The City and the Stars« (dt. »Die sieben Sonnen«).

Neben seiner literarischen Tätigkeit arbeitete Clarke für ein nach ihm benanntes Zentrum für moderne Technologie in der Nähe der srilankischen Hauptstadt Colombo, wo der Schriftsteller seit den Sechzigerjahren lebte.

Auf die Frage, worauf er besonders stolz sei, antwortete Arthur C. Clarke in einem Interview 2005 folgendes: »Darauf, daß ich den Nachrichtensatelliten erfunden habe, damals in den vierziger Jahren. Das ist schwer zu übertreffen, oder? Die Welt ist ja heute ohne Satelliten nicht mehr denkbar. Dabei hat es 25 Jahre gedauert, bis meine Idee von den geostationären Satelliten umgesetzt wurde.« Bereits 1945 hatte er die Idee in einem Artikel unter dem Titel »Extra-terrestrial Relays – Can Rocket Stations Give World-wide Radio Coverage?« in der wissenschaftlichen Zeitschrift »Wireless World« veröffentlicht. Als sein Lieblingsbuch bezeichnete Clarke seine Erzählung »Die neun Milliarden Namen Gottes«.

Noch im Dezember 2007 feierte er in Colombo seinen 90. Geburtstag und veröffentlichte dazu eine Videobotschaft auf youtube.com. Sein letzter Roman, »The Last Theorem«, ist eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Autor Frederik Pohl, der ebenfalls bereits 88 Jahre alt ist. »„The Last Theorem“ zu schreiben, hat länger gedauert, als ich dachte. Das könnte also durchaus mein letzter Roman werden, aber das habe ich schon öfters gesagt«, schrieb Arthur C. Clarke 2007. Erst vor wenigen Tagen schloß Clarke die Arbeit an dem Roman, der noch in diesem Jahr erscheinen soll, endgültig ab.

Arthur C. Clarke, der Religionen als »ein notwendiges Übel in der Kindheit unserer Zivilisation« ansah, wünschte sich eine streng weltliche Beerdigung. »Es soll absolut kein religiöser Ritus, egal welchen Glaubens, bei meiner Beerdigung vollführt werden«, legte er noch vor seinem Tod fest.

Prelude to Space2001 Odyssee im Weltraum3001Rendezvous mit 31/439In den Tiefen des MeeresDie letzte Generation


Quelle: Welt.de, Spiegel.de, CNN, u.a.

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