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Axel Springer kauft Heyne

Heyne LogoVerleger Rolf Heyne (72) wird zur Zukunftssicherung seines Unternehmens die Mehrheit (75.1%) am Wilhelm Heyne Verlag per 1. Januar 2001 an die Axel Springer Verlag AG abgeben. Bis zum Jahresende wird Rolf Heyne die Geschäfte des Verlages in vollem Umfang fortführen.

Der Axel Springer Verlag beabsichtigt, Anfang des Jahres 2001 den Wilhelm Heyne Verlag mit seinen bisherigen Buchverlagen Econ Ullstein List zur Verlagsgruppe HEYNE ULLSTEIN zusammenzuführen. Dabei wird die Eigenständigkeit des Wilhelm Heyne Verlages weitgehend erhalten bleiben. An der neuen Verlagsgruppe wird Rolf Heyne als Minderheitsgesellschafter beteiligt sein und in deren Aufsichtsrat eintreten.

Mit einem Umsatzvolumen von ca. 350 Millionen Mark wird die Verlagsgruppe HEYNE ULLSTEIN, die unter der Leitung von Christian Strasser (Geschäftsführer Econ Ullstein List, 55) stehen wird, eine Spitzenstellung bei den Publikumsverlagen im deutschen Buchmarkt einnehmen.

Soweit die Fakten.

Wenn ich ehrlich bin, so überrascht mich bei dieser Meldung nur, daß sie erst jetzt eintrifft. In den letzten Jahren verstummten die Gerüchte nicht mehr, daß der Heyne-Verlag kurz vor eine Übernahme durch ein größeres Verlagshaus steht.

Die Frage bleibt, was sich durch die Übernahme durch Axel Springer (u.a. Bild, Welt, Hörzu, Allegra) ändern wird. Die Verkaufszahlen im Bereich SF&Fantasy sind leider in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen und es muß befürchtet werden, daß es hier zu noch stärkeren Einsparungen kommt. Es ist kein Geheimnis, daß bereits jetzt kaum mehr neue Übersetzungen in Auftrag gegeben werden und man kann leider wohl auch davon ausgehen, daß die Zahl der monatlich erscheinenden Genretitel deutlich reduziert wird.

Quelle: ots, Kress.de

Nachtrag vom 7.12.2000

In der heutigen Süddeutschen Zeitung fand sich ein Interview mit Christian Strasser, der die Leitung der Verlagsgruppe Heyne Ullstein übernehmen wird:

SZ: Heyne hat ein umfangreiches Programm mit vielen Neuerscheinungen. Muss das Programm schlanker werden?

Strasser: Nein. Auch das bleibt in den wesentlichen Grundzügen so, wie es ist. Heyne ist ein allgemeiner, großer Publikumsverlag, sowohl im Hardcover als auch im Taschenbuch. Der deckt eine ganze Palette ab von Literatur bis Unterhaltung, vom Sachbuch bis zu Geschenkbüchern. Das wird sich auf keinen Fall ändern. Im Gegenteil: Ich sehe es als eine Ehre an, das Werk von Herrn Heyne fortführen zu können.

Nachtrag vom 8.12.2000
Wie der Heyne-Verlag heute mitteilte, ist Rolf Heyne (72) nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Rolf Heyne wurde 1928 in Berlin als Sohn des Verlegers Wilhelm Heyne geboren und machte aus Heyne den zweitgrößten deutschen Taschenbuchverlag.

Der zurückgezogen lebende Verleger galt als Liebhaber der schönen Künste und sammelte Jugendstil-Kunstwerke. Gemeinsam mit seiner Frau Roswitha hatte er einen Sohn und zwei Töchter. Dem bis zuletzt in München-Schwabing lebende Verleger wurde eine barocke Lebenshaltung nachgesagt. Einen seiner größten verlegerischen Erfolge feierte er mit dem Taschenbuch zur Fernsehserie „Dornenvögel“. Der Band verkaufte sich mehr als zwei Millionen Mal.

Quelle: Heyne-Verlag

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