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Charles Sheffield (1935-2002)

Der bekannte Science Fiction-Autor und Physiker Dr. Charles Sheffield verstarb am 2. November 2002 im Alter von 67 Jahren im Casey House Hospiz in Rockville. Erst drei Monate vor seinem Tod war bei ihm ein schwerer und inoperabler Gehirntumor diagnostiziert worden.

Charles Sheffield (c) Richard Gilliam

Charles Sheffield

Charles Sheffield wurde 1935 in England geboren, studierte in Cambridge Mathematik und Physik und übersiedelte Mitte der Sechziger Jahre in die USA. An der American University in Washington promovierte er schließlich mit einem Thema zur Theoretischen Physik. Zu dieser Zeit arbeitete er u.a. als Berater für NASA und später wurde er Mitarbeiter und schließlich Vorstandsmitglied bei der Earth Satellite Corporation. Ende der Achtziger Jahre entschloß er sich dazu ab sofort als Berufsautor zu arbeiten.

Allerdings hatte er bereits Mitte der Siebziger Jahre damit begonnen, Science Fiction zu schreiben, wenn auch nur durch einen Zufall. Auf seiner Website schrieb er dazu: »I had no intention of writing science fiction, or indeed fiction of any kind, until I was close to forty. And then the writing came more or less by accident.« Wie der Zufall es wollte, fiel ihm Larry Nivens »Ringwelt« in die Hände und Charles Sheffield war von dieser Mischung aus Wissenschaft und Abenteuer so angetan, daß er sich schließlich dazu entschloß es selbst einmal mit der SF zu probieren…

Nach einer Reihe von Fehlversuchen konnte er mit »What Song the Sirens Sang« 1977 seine erste Kurzgeschichte an Galaxy verkaufen. Bereits ein Jahr später erschien mit »Sight of Proteus« (1978, dt. »Die Gesichter des Proteus«, Heyne 06/4447) sein erster Roman, der später der erste Teil der Proteus-Trilogie (»Proteus Unbound«, dt. »Der entfesselte Proteus«, Heyne 06/5249, und »Proteus in the Underworld«, dt. »Proteus in der Unterwelt«, Heyne 06/5313) wurde.

Die Welt der HandelsfahrerDie Gesichter der ProteusFeuerflut

Sheffields zweiter Roman »The Web Between the Stars« (dt. »Ein Netz aus tausend Sternen«, Goldmann 23404) von 1979 beschreibt ganz ähnlich wie der zur gleichen Zeit von Arthur C. Clarke erschienene Roman »The Fountains of Paradise« (dt. »Fahrstuhl zu den Sternen«, Moewig) das Konzept eines Fahrstuhls in den Weltraum, bei dem ein äußerst stabiles Kabel mit einem Asteroiden als »Gegengewicht« gerade nach oben in den Weltraum reichen soll und so einer daran befestigten Kabine einen gleichmäßigen und problemlosen Transport aus dem Schwerefeld der Erde ermöglichen soll. Diese Idee wurde später von vielen anderen Autoren übernommen, und so findet man derart konzipierte Weltraumfahrstühle u.a. auch bei Kim Stanley Robinson und Peter F. Hamilton.

Die Erzählung »Georgia on my Mind, and Other Places« (1993, dt. „Die Rechenmaschine von South Georgia“, in: „Heyne SF-Jahresband 1997“, 06/5648) wurde 1993 mit dem NEBULA und ein Jahr später mit dem HUGO-Award ausgezeichnet.

1997 heiratete Charles Sheffield, der gerne und oft SF-Cons besuchte, in dritter Ehe die Science Fiction-Autorin Nancy Kress (»Beggars in Spain«). Ein aktuelles Interview mit Nancy Kress und Charles Sheffield erschien im »Heyne Science Fiction-Jahr 2002«.

© Text: Florian Breitsameter
Quellen: u.a. SFWA, Heyne Lexikon der SF-Literatur

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