H.G. Ewers (1930-2013)

Am 19. September 2013 verstarb der deutsche Science-Fiction-Schriftstellers Horst Gehrmann (* 1. Januar 1930 in Weißenfels an der Saale) im Alter von 83 Jahren in seiner Wahlheimat Weil am Rhein. H.G. Ewers war mit 250 Heftromanen einer der produktivsten Autoren für die PERRY-RHODAN-Serie – aber sicher auch einer der phantasiereichsten und humorvollsten.

Nach einer kaufmännischen Ausbildung und Arbeit in einem Autohaus begann Ewers 1956 ein Medizinstudium an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale, bekam dann aber Probleme wegen seiner systemkritischen Einstellung gegenüber der DDR-Regierung. Er schloss ein Ausweichstudium ab und wurde Gymnasiallehrer für Deutsch, Biologie, Physik und Astronomie.

Raumkapitän NelsonKurz vor dem Mauerbau 1961 flüchtete er nach Westdeutschland. Hier wurde 1962 sein erster, schon in der DDR geschriebener Roman »Intrige auf Chibbu« unter dem Pseudonym H. G. Ewers veröffentlicht. 1964 schrieb er mit »Die verhängnisvolle Expedition« sein erstes Taschenbuch für die Perry-Rhodan-Serie, ab 1965 war er mit dem Band 198 (»Die letzte Bastion«) auch in der Heftroman-Serie engagiert. Zudem schrieb Ewers für die Spin-off-Serie ATLAN viele Bände und von Heft 760 bis 850 hatte er gemeinsam mit Peter Griese die Exposé-Redaktion inne. H.G. Ewers verfasste insgesamt über 420 Romane, darunter auch Werke außerhalb der Serie und nicht nur Science Fiction.

In seinen PERRY-RHODAN-Heftromanen gelang es ihm Charaktere zu erschaffen, die den Lesern im Gedächtnis bleiben sollten: Er bereicherte den PERRY-RHODAN-Kosmos mit Figuren wie dem geheimnisvollen Tengri Lethos, dem trinkfesten Raumkapitän Guy Nelson, oder dem seltsamen Duo Dalaimoc Rorvic und Tatcher a Hainu.

Perry-Rhodan-Autogrammkarte von H.G. Ewers

Terra: Androiden im EinsatzNachdem er sich mit Band 1726 im Jahr 1994 offiziell aus dem Autorenteam verabschiedet hatte, begann Horst Gehrmann zu Boxen und zu Rudern. 1996 begann er an der Universität in Basel und an einer Schweizer Heilpraktikerschule ein Medizin-Studium, nach dem Abschluss der Ausbildung arbeitete er als Heilpraktiker. Als Mitglied der Mars Society konnte er zwei Wochen lang die Mars-Simulationsstation in Utah besuchen und wurde somit zum »Hobby-Astronaut«.

Ein lesenswertes Interview mit Horst Gehrmann zu PERRY RHODAN erschien 2011 in der Badischen Zeitung – es ist hier online nachzulesen: http://www.badische-zeitung.de/literatur-1/fuer-eine-vereinte-menschheit–49307627.html

Quelle: Wikipedia, Perrypedia

Veröffentlicht von Florian Breitsameter

Dr. Florian Breitsameter ist Herausgeber & verantwortlicher Redakteur von SF-Fan.de. Er war Mitbegründer und langjähriger Redakteur beim derzeit einzigen deutschen professionellen Science-Fiction-Magazin phantastisch!, Übersetzer für Marvel Deutschland (u.a. Frank Miller, Garth Ennis), Fachlektor für mehrere Verlage und fast zehn Jahre Vorsitzender der Preiskomitees für den Deutschen Science Fiction Preis. Florian Breitsameter promovierte in Chemie, ist hauptberuflich Konservator am Deutschen Museum in München und ehrenamtlich an diversen Projekten im Science-Fiction-Umfeld tätig.

2 Antworten auf &‌#8222;H.G. Ewers (1930-2013)&‌#8220;

  1. Ewers entwickelte zweifellos eine Menge schräger oder geheimnisvoller Figuren für PR (Tengri Lethos, Omar Hawk, Guy Nelson usw,) – aber sicher nicht die merkwürdigerweise immer wieder genannten Tatcher a Hainu und Dalaimoc Rorvic. Dieses Duo tauchte erstmals in dem von William Voltz verfassten PR-Band 515 „Die Wächter der Einsamkeit“ auf und brillierte dort mit staubtrockenem Humor. Die berühmte zerbeulte Kaffeekanne war auch dabei. Ewers hat später diese Figuren übernommen und leider durch seine Art eines mitunter sehr albernen Klamauks zur Bekanntschaft der PR-Leserschaft geführt. Das möchte ich zur Ehrenrettung von William Voltz gesagt haben, nichts gegen den jetzt verstorbenen H. G. Ewers.

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