// science fiction //

Comicrezensionen

Joss Whedon’s Fray

Joss Whedons Fray


Joss Whedon, Karl Moline, Andy Owens: FRAY.
Dark Horse Comics 2003

Bereits 2003 fand wagte Joss Whedon einen Blick in die Zukunft des Buffyverse. Nach einer großen, ultimativen Schlacht (wahrscheinlich mit einer uns bekannten Jägerin) ergeht für 200 Jahre kein weiterer Ruf an eine Jägerin. Den Orden der Wächter gibt es weiterhin, er wird jedoch allmählich zu einem Gremium von Sektierern und verliert die Fähigkeit, seine Aufgabe zu erfüllen.

Im 23. Jahrhundert, in einem Gebilde, das einmal New York war und in einem Bezirk, er jetzt »Haddyn« heißt, kämpft eine Diebin namens Melaka Fray um ihr Überleben, stiehlt alles, was ihr Auftraggeber Gunther, ein amphibisches Wesen von ihr beschafft haben möchte. Im Untergrund der Stadt erstarken die »Lurker« – niemand vermag zu erkennen, daß es sich um nichts anderes handelt als Vampire.

Die Uralten erkennen, daß die Wächter ihrer Aufgabe nicht gerecht werden und das Mädchen trainieren können. Sie senden einen der letzten Dämonen, Urkonn, um Fray zu rekrutieren und auf ihre Aufgabe vorzubereiten.

Wow, eine ziemlich grobe Zusammenfassung – einer in acht Bänden schön plotgetrieben erzählten Geschichte. Wie sich das gehört werden jede Menge Widerhaken ausgeworfen und puzzelt sich die Geschichte hinter der Geschichte allmählich zusammen. Dabei charakterisiert Whedon auch Nebenfiguren mit wenigen Strichen, und das künstlerische Team Karl Moline, Andy Owens und die für die knalligen Farben zuständigen Dave Steward und Michelle Madsen erschaffen das Buffy-Universum der Zukunft, das man gerne mal auf großer Leinwand hätte. Hier fliegen die Autos wie in DAS FÜNFTE ELEMENT, da ist die Stadt auf den Hund gekommen wie in BLADE RUNNER, und Melaka Fray kämpft ums Überleben. Die hat die Fähigkeiten, die Stärke und die Regenerationskräfte, die eine Jägerin auszeichnen. Nur nicht die Träume, die verschwommenen Erinnerungen an ihr Vermächtnis. Auch dafür gibt es Gründe.

Joss Whedon beschreibt im Vorwort schön, wie er mit den wenigen Marvel-Mädchen seiner Generation aufgewachsen ist und wie er sich FRAY als Comic-Figur erdacht hat: »No silicone hooters, no standig with her butt out in that bizarrely uncomfortable soft-core pose so many artists favor. None of those outifts that casually – and constantly – reveal portions of thong. I wanted a real girl, with real posture, a slight figure (thats’s may classy way saying »little boobs«) and, most of all, a distinctive face.« Es bleibt aber dabei, daß ein sexy Teenager die Hauptfigur ist – und was haben die Jungs sich wohl bei der Dusch-Szene gedacht?

Fray macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, wird nicht nur zur Jägerin sondern zur Erwachsenen – das hat sie mit Buffy gemeinsam,  und doch ist sie kein Buffy-Klon in der Zukunft.

Daß sie jetzt als Tie-In in der achten Staffel von BUFFY auftauchen wird sorgt dafür, daß der Band auch auf Deutsch erscheint. Lohnt sich.

Eine Webseite gibt es auch: http://www.geocities.com/josswhedon_fray/

48 queries. 0,242 seconds.