Filmkritik: »Blade II« (2002)

Blade II PosterBlade ist zurück! Der schweigsame Vampirjäger ist diesmal in Prag unterwegs, denn er folgt einer Spur, die ihn zu seinem ehemaligen Mentor Whistler (Kris Kristofferson) führen soll. Whistler, der Blade (Wesley Snipes) einst als Kind von der Straße holte und ihn für den Kampf gegen Vampire ausbildete, wurde im ersten Film aus dem Jahr 1998 schließlich selbst Opfer eines Vampirangriffs. Und in Prag erhält Blade tatsächlich den entscheidenden Hinweis, der ihn zu einem geheimen Lager der Vampire führt. Blade, der seine Kampftechnik und seine Ausrüstung in den letzten Jahren noch erweitern konnte, findet hier schließlich den gefangenen Whistler in einem Tank voller Blut wieder.

Doch auf Blade, der mit dem jungen Scud (Norman Reedus) eigentlich längst einen neuen Partner im Kampf gegen die Vampire hat, wartet längst eine ganz andere Herausforderung. Eine Delegation aus zwei Vampiren, darunter auch die schöne Nyssa (Leonor Varela), bittet Blade nämlich um einen Waffenstillstand und um Hilfe gegen einer noch gefährlicheren Feind. Im Hauptquartier des Obervampirs Damaskinos (Thomas Kretschmann) erfährt Blade so erstmals von der Existenz einer neuen Vampirrasse, den Reapern, die auch für Vampire eine Gefahr sind. Gemeinsam mit dem Bloodpack, einer Truppe aus kampferprobten Vampiren, die eigentlich ausgebildet wurden um Blade zu töten, macht er sich auf eine mörderische Jagd…

Blade ist zurück – und er ist immer noch der coolste und gefährlichste Vampirjäger der Welt! Und diesmal erscheint er nicht mehr so verbittert und schweigsam, wie noch im ersten Film, und er hat auch mehr Spaß an der Vampirjagd (okay, gesprächig ist er auch diesmal nicht).



Blade 2 führt das Konzept des ersten Films konsequent und kompromißlos fort. Harte Technobeats (merke: wer in dunklen Clubs zu Technomusik tanzt, ist im Blade-Universum fast immer auch ein böser Vampir), viele Kampfszenen und auch die eine oder andere unappetitliche Trickszene führen dabei zu einer Altersfreigabe ab 18, aber auch zu einem sehenswerten Vampirabenteuer. Denn Regisseur Guillermo del Toro macht aus der Not (geringe Produktionskosten) des Drehorts Prag eine Tugend und zeigt uns eine düstere, heruntergekommene Welt in dunklen Pastelltönen, mit viel Dreck und Staub und auch immer wieder warmem Lichtschein. »Blade 2« ist kein Film für das breite Publikum, dafür ist er zu brutal, sondern für echte Freunde des Vampirkillers. Ein straight erzählter Streifen, der weiß was er will.

Diesmal rückt die Geschichte zwangsläufig Blade in den Mittelpunkt. Seine Suche nach Whistler und seine aufkeimende Liebe zur Vampirin Nyssa, die die Tochter des Obervampirs Damaskinos ist, wird eingerahmt durch viele, viele Kampfszenen – teils mit dem Schwert, teils mit Silberkugeln (das im Blade-Universum auch gegen Vampire zu wirken scheint) und EDTA.

Das Bloodpack wird dabei leider schnell dezimiert und außer Nyssa kann nur ihr Anführer Reinhardt (Ron Perlman) ein wenig Profil gewinnen (interessanterweise vor allem in seinen Rededuellen mit Whistler). Letztlich stellt sich sogar die Frage, warum man überhaupt Whistler zurück in den Film holte – die Suche nach ihm dient zwar als Überleitung, doch später verliert diese Figur mehr und mehr an Profil. Man könnte durchaus sagen, daß Blade nun auf eigenen Beinen steht und Whistler als Mentor und Sidekick nicht mehr nötig hat.

An vielen Trickszenen bemerkt man, daß CGI-Effekte in den letzten Jahren immer billiger und besser wurden. So verbrennen Vampire bei ihrem Tod jetzt viel eindrucksvoller als noch im ersten Teil. Zusammen mit der guten Kameraführung und der spannungsvollen Kampfchoreographie wird Blade zum sehenswerten Actionabenteuer, dem man den Comicursprung nicht mehr ansieht… er schimmert allenfalls noch in der romantischen Endszene durch, die den Filme erst so richtig abrundet. Kurz und gut: Ansehen!

Ein Gedanke zu „Filmkritik: »Blade II« (2002)“

Kommentare sind geschlossen.