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Filmkritik

Filmkritik: »Doctor Strange« (2017) – Die Welt steht Kopf!

Poster Doctor Strange»Doctor Strange« ist der zweite Kinofilm in Phase 3 des Marvel Cinematic Universe und führt nicht nur eine neue Figur ins Marvel-Filmuniversum ein, sondern stellt erstmals auch die Magie in den Mittelpunkt. Doctor Strange benutzt also keine technischen Tricks oder eine geheime Erfindung, er wurde nicht nur durch eine seltsame Strahlung oder eine Geheimformel verändert, und er ist auch nicht außerirdischer Herkunft. Stephen Strange nutzt die Magie, um die Welt und das Universum vor dunklen Mächten zu beschützen.

Handlung: Das Leben des weltberühmten und arroganten Neurochirurgen Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ändert sich unwiederbringlich, als er nach einem schweren Autounfall seine Hände nicht mehr benutzen kann. Da die klassische Medizin ihm nicht helfen kann, sucht er Heilung an einem ungewöhnlichen Ort – dem geheimnisvollen Kamar-Taj in Katmandu. Schnell merkt er, dass es sich dabei nicht nur um ein Heilungszentrum handelt, sondern von hier der Kampf gegen unsichtbare dunkle Mächte gefochten wird, die unsere Realität zerstören möchten. Ausgestattet mit neuerworbenen magischen Fähigkeiten, muss Dr. Strange sich entscheiden: Kehrt er in sein altes Leben als angesehener reicher Arzt zurück, oder gibt er dieses auf, um als mächtigster Magier aller Zeiten die Welt zu retten.

Ja, Marvel bleibt sich treu und präsentiert uns auch mit »Doctor Strange« wieder einmal die Origin Story unseres neuen Helden. Das ist mittlerweile eine der großen Schwächen des Marvel-Filmuniversums, da wir das Schema kennen und es wenig Überraschungen birgt. Wir wissen natürlich, dass am Ende die Hauptperson zu einem Superhelden geworden ist, der demnächst mehr oder weniger gleichberechtigt neben den anderen Helden gegen das Böse kämpfen wird. Auf dieser Ebene kann »Doctor Strange« nur wenig überraschen und allerhöchstens Variationen des bekannten Themas liefern.

Aber Marvel wäre nicht Marvel, wenn die Filme nicht auch die Stärken des Filmuniversums konsequent ausspielen könnten: feiner Humor, gute Schauspieler und einer liebevollen und aufwendigen Umsetzung. Und »Doctor Strange« macht hier keine Ausnahme. Benedict Cumberbatch ist als Dr. Stephen Strange eine perfekte Besetzung mit viel Humor, der Arroganz der Vorlage und einem sehr passenden Kostüm. Das ist wie schon die anderen Marvel-produzierten Filme keine runtergekurbelte Comicverfilmung, sondern eine aufwendige Übertragung der Comicidee ins Kino die in diesem Fall vor allem auch durch die Optik und seine farbliche Brillanz besticht. Stephen Stranges Weg vom gefeierten und arrogantem Arzt zum Magier („Meine Name ist DOKTOR Stephen Strange“) ist gut geschildert, aber wie immer bleibt die Motivation der Bösen nebulös. Ich bin mir auch immer noch nicht sicher, ob es so schlau und richtig war, Tilda Swinton als Älteste und Oberchefin der Magier zu besetzen, denn eine angebliche uralte keltische (!) Obermagierin in einem nepalesischen Orden wirkt schon etwas seltsam.

Natürlich wissen wir bei einem Helden, der sich der Magie verschrieben hat, dass der Endgegner eine mystische, scheinbar unbesiegbare Macht ist. Aber wie Stephen Strange schließlich dieses Wesen in die Knie zwingt, das ist einfach unterhaltsam und zeugt davon, dass Marvel es immer noch drauf hat und immer noch überraschen kann – das ist nämlich letztlich genauso originell und gelungen wie bei Ant-Man der Endkampf auf einem Spielzeuglok in einem Kinderzimmer. Mit einem kosmischen Gegner einen Handel über das Weiterbestehen der Erde abzuschließen – das zeugt von einer gewissen Coolness des Helden, die diesen Film so unterhaltsam macht.

Der Film enthält zwei Szenen im Abspann. Einmal als Überleitung zu »Thor: Ragnarök«, einmal als Überleitung zum nächsten Doctor Strange-Abenteuer.



DOCTOR STRANGE
Regie: Scott Derrickson
Hauptdarsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, Tilda Swinton u.v.m.
Deutscher Kinostart: 27. Oktober 2016
Im Verleih von Walt Disney Studios Motion Pictures Germany auch in Disney Digital 3D™
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