Filmkritik: »Iron Man 3« (2013) – Tony Stark ist nur der Mechaniker

Kinoposter zu Iron Man 3Mit IRON MAN feierten die Marvel Studios 2008 nicht nur an der Kinokasse einen großen Erfolg, sondern mit dem Gastauftritt von Samuel l. Jackson als Nick Fury wurden auch erstmals versucht, die Marvel-Superhelden miteinander zu verknüpfen. Es folgten »The Incredible Hulk« (2008), »Iron Man 2« (2010), »Thor« (2011) und »Captain America« (2011), bevor dann schließlich alle in »The Avengers« (2012) aufeinandertrafen und gemeinsam gegen eine außerirdische Invasion antreten mussten.
Gemeinsam waren die Superhelden schließlich siegreich, aber »Iron Man 3« stellt berechtigterweise die Frage, wie es Tony Stark (Robert Downey jr.) verkraftet, dass er zusammen mit einem Gott, einem riesigen grünen Monster und einem Helden aus der Vergangenheit in den Kampf gegen Außerirdische zog und dabei fast den Tod fand.

Und Tony Stark, der mittlerweile mit Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) zusammenwohnt, macht fast logischerweise das, was er am besten kann: Er macht sich daran seine eiserne Rüstung zu verbessern. Er arbeitet fast bis zum Umfallen, denn er möchte seinen Alpträumen entkommen, seinen Erinnerungen an den Flug durch das Wurmloch über New York, der ihm fast das Leben kostete.
Tony Stark muss akzeptieren, dass er nicht unbesiegbar ist – vor allem, da er nun mit dem Mandarin einem Gegner gegenübersteht, der keine Grenzen kennt. Nachdem dieser ihm all das, was Stark am Herzen liegt, genommen hat, begibt sich der geschlagene Held auf die leidvolle Suche den zu finden, der dafür verantwortlich ist – eine Reise, die seinen Mut und seine Standhaftigkeit auf eine harte Probe stellen wird. Mit dem Rücken zur Wand kann sich Stark auf seiner Mission nur noch auf seine eigenen Instrumente, seinen Scharfsinn und seine Instinkte verlassen um jene zu schützen, die ihm am wichtigsten sind. Während er sich langsam wieder zu alter Form zurückkämpft, findet Stark die Antwort auf die Frage, die ihn insgeheim schon lange verfolgt: Macht der Mann den Anzug oder macht der Anzug den Mann?

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Kurz vor der Pressevorführung erging an die Journalisten die Bitte in den Berichten zum Film möglichst nicht zu viel über die Handlung zu verraten – und da ich selbst von einer Wendung des Films überrascht war, werde ich also den Teufel tun und ausplaudern, welcher Handlungstwist mit dafür verantwortlich ist, dass der dritte IRON-MAN-Kinofilm ein echtes Meisterwerk geworden ist.

Vergesst ruhig den etwas durchwachsenen IRON MAN 2, den dieser Film hier ist die konsequente Fortsetzung von IRON MAN und von THE AVENGERS. Ein großartiger Film, mit einem intelligenten Drehbuch (was die Gesamthandlung an sich betrifft, kleine Logikbugs gibt es auch hier), viel Tony Stark und viel Handlung und einem großen Action-Feuerwerk am Ende.

Das amüsante dabei ist, dass man sich getrost die Trailer ansehen kann, denn man erfährt aus ihnen kaum etwas über die wahre Geschichte von Iron Man 3. Denn während sich der zweite Film um den Eisernen sehr viel der Beziehung zwischen Tony Stark und Pepper Potts widmete, so geht es jetzt vor allem um Tony Stark selbst und die Frage, wie er weiterleben will. Ist die Rüstung ein Teil von ihm und kann er ohne sie überhaupt noch leben? Oder ist die Rüstung längst das einzige, was Tony Sicherheit bieten kann? Und wie sehr belastet Tonys Angst seine Beziehung zu Pepper? Tony Stark legt sich für uns auf die Couch seines Psychiater und erzählt, wie Fehler der Vergangenheit uns einholen und unsere Zukunft gefährden können: »We create our own demons«. Und er erkennt, dass er letztlich vor allem eines sein will: Ein Mechaniker, der Dinge bastelt.

Regisseur Shane Black und Drew Pearce schrieben gemeinsam ein Drehbuch, dass äußerst geschickt die etwas muffige Geschichte um den geheimnisvollen Terroristen Mandarin (genial verkörpert von Ben Kingsley), einen uralten Erzfeind aus der Mottenkiste der Iron-Man-Comicreihe, und die relativ neue Storyline um das Extremis-Virus und Dr. Aldrich Killian (Guy Pearce) miteinander verbindet. Das Ergebnis ist sehenswert und zeigt, dass das Superhelden-Universum von Marvel-Films von den Ideen neuer Regisseure und Drehbuchautoren außerordentlich profitieren kann.

Die zweite Welle der Marvel-Filme, die in einem weiteren Avengers-Kinofilm kumulieren soll, ist mit »Iron Man 3« äußerst gelungen angestoßen worden.

Hinweis: Nach dem Abspann bitte sitzenbleiben – es gibt wieder eine kleine zusätzliche Szene zu sehen!



IRON MAN 3
2013 / Farbe / Format 1:2,35 2D & 3D / Dolby Digital 5.1 & 7.1 / Länge: 131 Min.
Regie: Shane Black
Besetzung: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Sir Ben Kingsley, Don Cheadle, Guy Pearce, Rebecca Hall u.a.
Drehbuch: Drew Pearce und Shane Black
Produzent: Kevin Feige
Kamera: John Toll
Originalmusik: Brian Tyler


5 Gedanken zu „Filmkritik: »Iron Man 3« (2013) – Tony Stark ist nur der Mechaniker“

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