Filmkritik: »Shaun das Schaf – Der Film« (2015)

Shaun das Schaf PosterDie Aardman Studios haben bereits mit »Wallace und Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen« bewiesen, dass sie mit Figuren aus ihren Kurzfilmen auch in Spielfilmlänge überzeugen können. Ob dies allerdings auch für Shaun das Schaf gilt, der durch die fehlenden Dialoge noch mehr von der Situationskomik lebt? Können Shaun, Bitzer und die anderen Knetfiguren wirklich einen 85-minütigen Film tragen? Die Antwort lautet: ja. Tatsächlich ist »Shaun das Schaf – Der Film« ein Film für ein junges Publikum, der aber auch Erwachsenen Spaß macht. Nicht nur Kinder können sich an den vielen Gags und Slapstick-Einlagen freuen, auch Erwachsene werden Gefallen an den zahlreichen Anspielungen finden, die für jüngere Kinder eher unverständlich sind.

Zu Beginn des Films sehen wir die aus der Serie bekannten Figuren, wie sie den Tag beginnen, doch anstatt dass nun eine weitere lustige Episode aus dem Leben auf der Mossy Bottom Farm folgt, sehen wir, dass jeder Tag dem anderen gleicht. Shaun ist davon angeödet und träumt von einer Auszeit. Er beschließt, den Farmer kurzzeitig aus dem Verkehr zu ziehen, damit es sich die Schafe im Haus mal richtig gutgehen lassen können. Dass das nicht gut gehen kann, liegt auf der Hand, und es endet damit, dass der Farmer in der großen Stadt – die unschwer als London zu erkennen ist – mit einer Amnesie im Krankenhaus landet, während sich Hund Bitzer, Shaun und die anderen Schafe unabhängig voneinander auf den Weg machen, um den Farmer zu finden und wieder nach Hause zu bringen – denn wer füllt sonst die Futtertröge auf?


Dabei begegnen sie einem freundlichen Hund und einem bösen Tierfänger, der es auf sie abgesehen hat. Während der Farmer unverhofft eine Zweitkarriere als Friseur beginnt – das Scheren hat er schließlich nicht verlernt – versuchen die Schafe mit Hilfe einer abenteuerlichen Mimikry, die wir bereits aus einigen Kurzfilmen kennen, den Farmer ausfindig zu machen. Natürlich stoßen sie dabei wieder auf Bitzer, geraten ins (Tier-) Gefängnis und wir hören sogar ihre Gesangsstimmen, wenn sie Timmy, dem Jüngsten unter ihnen, passenderweise im Barbershop-Stil in den Schlaf singen. Nachdem die Tiere vereint sind und den Farmer mit derselben List, mit der sie ihn in das ganze Schlamassel gebracht haben, wieder nach Hause bringen, findet der Showdown mit dem Tierfänger auf der Farm statt. Der Farmer, der seinen Gedächtnisverlust überwunden hat, beweist, dass er noch genauso an seinen Tieren hängt wie als junger Mann, und rettet Shaun das Leben. Shaun und Bitzer zeigen einmal mehr ihre Männerfreundschaft und am nächsten Tag sind alle froh, wieder zu Hause zu sein – allerdings wird an diesem Tag nicht die übliche lange Liste abgearbeitet, sondern erst einmal gepicknickt.

Ungeachtet mancher logischer Fehler (wie alt wird ein Schaf eigentlich?) und der etwas kitschig geratenen Figur des schweineähnlichen und für die Handlung überflüssigen Hundes, ist der Film eine gelungene Unterhaltung für alle Shaun-Fans, mit altbewährten Motiven, die aber eine neue und kurzweilige Geschichte erzählen.

1 Gedanke zu “Filmkritik: »Shaun das Schaf – Der Film« (2015)”

  1. Hmm, sicher ein schöner Film, aber hier bei sffan ging es doch immer um die Science Fiction. Warum dieser Trendwechsel?

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