Filmkritik: »Signs« (2002)

Signs

 

Kinoposter, (c) Buena Vista International
Wiederholungen sind in der Natur etwas völlig normales. In jedem Jahr wiederholen sich die Jahreszeiten in der gleichen Reihenfolge, an jedem Tag steigt die Sonne im Osten auf und geht im Westen unter. Auf Tag folgt Nacht und dann wieder Tag. Darauf kann man sich fest verlassen.

Ebenso kann sich leider auch darauf verlassen, daß sich Hollywood nach einem Erfolg bis ins endlose wiederholt. Ein Teufelskreis, den nur wenige wirklich durchbrechen können. Das jüngste Opfer dieser Wiederholungsregel ist M. Night Shyamalan, der nach seinem wunderbaren Überraschungserfolg »The Sixth Sense« nur noch Filme zu drehen scheint könnt, die ein unerwartetes und überraschendes Ende, gewürzt mit etwas »Übersinnlichem« besitzen. Mit seiner ungewöhnlichen Superheldenverfilmung »Unbreakable« gelang es ihm tatsächlich noch einmal das Konzept erfolgreich umzusetzen (auch wenn nicht alle Zuschauer dieser Meinung waren), aber spätestens mit »Signs« (Deutschlandstart 12. September 2002) wird klar, daß er sich nur noch im (Korn-)Kreis dreht.

Um was geht es nun aber eigentlich im »großen Film über das Geheimnis der Kornkreise«? Der ehemalige Pastor Graham Hess (Mel Gibson) lebt mit seinen beiden Kindern und seinem Bruder Merrill Hess (Joaquin Phoenix) auf einer einsamen Farm im amerikanischen Mittelwesten. Vor einigen Monaten starb die Frau von Graham Hess bei einem Autounfall und der Pastor verlor nach diesem Unglück den Glauben an Gott. Wie konnte es der Allmächtige zulassen, daß seine Frau einfach so sinnlos eines Abends von einem übernächtigten Autofahrer (gespielt von M. Night Shyamalan) getötet wurde?

Als nun eines Morgens rätselhafte kreisförmige Muster in seinem Maisfeld auftauchen, vermutet Graham erst einmal einen Streich einiger Nachbarjungs, aber schon bald zeigt sich, daß jemand anders dafür verantwortlich zu sein scheint. Denn seine beiden Hunde werden plötzlich aggressiv und auch an anderen Orten der Welt sind zur gleichen Zeit Kornkreise aufgetaucht. Wurden diese Kreise vielleicht tatsächlich von Außerirdischen geschaffen?

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»Signs« zeigt uns den ganzen Film über fast immer nur die vier Mitglieder der Familie Hess, die schon zu Beginn sehr unsicher wirken und sich im Laufe des Films immer mehr in eine Hysterie hineinsteigern, die man als Kinozuschauer oft nicht nachvollziehen kann. Da zucken alle schon beim geringsten Geräusch zusammen und benehmen sich so, als ob sie alle paranoid und auf Drogen wären. Lustigerweise kann man dabei Mel Gibson noch nicht einmal der Vorwurf machen, daß er seine Rolle schlecht spielen würde, denn das tut er eigentlich nicht – es ist vielmehr die Figur, die er darstellen soll, die so unglaublich unpassend und dumm wirkt. Und Joaquin Phoenix, der in Gladiator als verrückter und machtbesessener Imperator einfach unglaublich wirkte, ist nun als tumber Landtrottel so farblos, daß man sich fragt, ob es denn derselbe Schauspieler ist. Quälend langsam zieht sich denn auch die Handlung dahin, die nur dann mal etwas in Schwung kommt und so gar mal die eine oder andere lustige Stelle hat, als die Familie zwischendrin mal einen kleinen Ausflug in die Stadt macht und nicht mehr nur lustlos auf der Farm abhängt. Das dabei allerdings die Bewohner der Stadt auch mehr oder weniger komplett als Trottel abgestempelt werden, fällt da kaum noch ins Gewicht.

Und dann wäre da natürlich noch das Ende des Films. Mir ging es dabei tatsächlich so, daß ich nicht wußte, ob ich nun darüber lachen oder weinen sollte – so lächerlich wirkt die »Auflösung« eines Rätsels, das nie gestellt wurde und das niemand interessierte. Und wer sich tatsächlich erhofft hatte, Shyamalan hätte sich eine nette und neue Erklärung für die Kornkreise einfallen lassen, der wird übrigens auch enttäuscht. Das kann man getrost sagen, ohne zuviel über den Film zu verraten. Denn um Kornkreise geht es eigentlich nur in der ersten Hälfte des Films und die Frage, um die es schlußendlich geht, hat mit ihnen auch nichts zu tun.

Fazit: Was zweimal gut ging, klappt leider nicht ein drittes Mal. Warum der Film aber in den USA trotzdem ein Erfolg ist, bleibt mir ein Rätsel. Ein Rätsel, über das Shyamalan hoffentlich nicht auch noch einen Film macht…

© Florian Breitsameter (Text), Buena Vista International (Bild)

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