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Lexikon: Science Fiction

Autor: Herbert W. Franke (1927-)

Herbert W. Franke
Herbert W. Franke im Jahr 1965

Herbert W. Franke wurde 1927 in Wien geboren. Kurz vor Kriegsende wurde er 1944 noch zur Luftwaffe eingezogen. Nach dem Zusammenbruch studierte er in Wien Chemie, Physik, Psychologie und Philosophie an der Universität. Er promovierte 1950 über ein Thema der Theoretischen Physik zum Doktor der Philosophie. Franke gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen SF-Autoren mit internationalem Renommee. Seit 1980 ist er Mitglied des deutschen PEN-Clubs.

In den 50er Jahren veröffentlichte Franke neben seiner Forschungstätigkeit erste phantastische Erzählungen in der österreichischen Literaturzeitschrift Neue Wege. Ab 1960 war er als Berater bei Goldmann tätig und überprüfte SF-Manuskripte auf ihre wissenschaftliche Stichhaltigkeit. Seit 1960 publizierte Herbert W. Franke zahlreiche eigene Science-Fiction-Romane, gab Anthologien heraus und schrieb Hörspiele. Lange bevor Cyberspace und virtuelle Welten in die allgemeine Diskussion Eingang fanden, hat Franke sich in seinem Werk mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Viele Science-Fiction-Romane Frankes behandeln die Manipulation des Individuums und die Simulation von Wirklichkeit. Franke geht es immer auch um die Suche nach einer humanen Gesellschaft, deren Entstehen durch totalitäre Technokratie, durch menschenfeindliche Anwendung der Kybernetik und Biotechnik in Frage gestellt wird. Für Franke ist die Science Fiction ein »Laboratorium für Gedankenexperimente«, in dem sich »Rückschritt und Barbarei«, aber auch »die Möglichkeit einer besseren Welt« literarisch aufzeigen lassen.

Herbert W. Franke

Herbert W. Franke. Juni 2005. © Markus Wolf




Herbert W. Franke gilt als Pionier der Computerkunst. 1979 zählte er zu den Mitbegründern der »Ars Electronica« in Linz, seit 1984 hat er an der Akademie der Bildenden Künste in München einen Lehrauftrag für Computergrafik und Computerkunst. Unter »Science Art« versteht Franke »eine Randzone der Kunst im Übergangsbereich zur Naturwissenschaft und Mathematik«, siehe auch: www.zi.biologie.uni-muenchen.de/~franke

Veröffentlichungen (Auswahl): Einsteins Elten. Ypsilon minus. Zone Null (Sammelband, Suhrkamp TB 1996), »Der Elfenbeinturm« (1965, Wilhelm Goldmann Verlag). Sachbücher: Das P-Prinzip. Naturgesetze im Rechnenden Raum (Insel 1995), Ästhetische Information. Eine Einführung in die kybernetische Ästhetik (zus. mit Helmar Frank, KoPäd Verlag 1997)

Der ElfenbeinturmSphinx 2 Herbert W. FrankeCyber City Süd

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