// science fiction //

Artikel und News

Wolfgang Jeschke (1936-2015)

Wer in Deutschland Science Fiction liest, dürfte selbst heute noch Wolfgang Jeschke (geb. 1936) vor allem als Herausgeber der legendären Science-Fiction-Reihe des Wilhelm-Heyne-Verlages kennen.

Wolfgang JeschkeJeschke prägte ab 1973 – zunächst als freier Mitarbeiter zusammen mit Herbert W. Franke als Lektor und Herausgeber der Science-Fiction-Reihe, dann ab 1979 als alleinverantwortlicher SF-Redakteur – die Wahrnehmung der Science-Fiction-Literatur in Deutschland entscheidend mit. Die Taschenbücher mit dem Label »Science Fiction & Fantasy«, die durch ihre einheitliche Gestaltung mit einem schwarzen Buchrücken noch heute in vielen Buchregalen von SF-Lesern auffallen, hielten für die Leser immer wieder Überraschungen bereit, denn Wolfgang Jeschke brachte nicht nur am Publikumsgeschmack orientierte Werke, sondern auch die oftmals nicht unumstrittenen Werke mutiger, junger internationaler Autoren nach Deutschland.

Die ebenfalls von ihm zusammengestellten und herausgegebenen zahlreichen Anthologie enthielten nicht nur immer wieder die besten und neusten Kurzgeschichten und Erzählungen amerikanischer und britischer Autoren, sondern immer wieder auch die Werke deutschsprachiger Autoren, denen er damit eine Plattform schuf, sich zu präsentieren. Ein besonderer Glanzpunkt war jedoch sicher die Herausgabe der sogenannten »Bibliothek der SF-Literatur«, in denen Klassiker und andere herausragende Werke der Science Fiction in deutlich edlerer Gestaltung erschienen. 2002 ging Wolfgang Jeschke schließlich in den Ruhestand.

Aber der Autor Wolfgang Jeschke, der zuvor eher im Hintergrund des Redakteurs stand, drängte nun verstärkt in den Vordergrund des Interesses. Vier Romane hatte Wolfang Jeschke zuvor bereits seit 1981 als Autor veröffentlicht, darunter sein wohl bekanntestes Werk »Der letzte Tag der Schöpfung«. Aber auch als Autor von Hörspielen und zahlreicher Kurzgeschichten war er aufgefallen – und mehrmals ausgezeichnet worden (Deutscher Science Fiction Preis, Kurd-Laßwitz-Preis).

2005 folgte der Zeitreise-Roman »Das Cusanus-Spiel«, den Andreas Eschbach als Jeschkes »Opus Magnum« und Meisterwerk bezeichnete. Im April 2013 erschien im Heyne-Verlag sein neustes Werk »Dschiheads«.

Wolfgang Jeschke verstarb laut einer Meldung bei zukunft.de am 10. Juni 2015 in München.

Romanveröffentlichungen von Wolfgang Jeschke:
1981 »Der letzte Tag der Schöpfung« (engl.: »The Last Day of Creation«, 1982)
1986 »Osiris Land« (engl.: »The Land of Osiris«, 1985)
1989 »MIDAS oder Die Auferstehung des Fleisches« (engl.: »Midas«, 1990)
1994 »Meamones Auge«
2005 »Das Cusanus-Spiel oder Abendländisches Kaleidoskop«
2013 »Dschiheads«

*LAY_JeschkeOmnibus.indd

Meamones Auge

Midas

MjUvMjAwOSo5OQ==

Osiris Land

Das Cusanus-Spiel_Druck

Der letzte Tag der Schoepfung von Wolfgang Jeschke

*E_JeschkeW_Dschiheads2.indd

Schlechte Nachrichten aus dem Vatikan

52 queries. 0,468 seconds.