Andreas Eschbach – Herr aller Dinge

Herr aller Dinge von Andreas EschbachBastei-Lübbe
Hardcover, 687 Seiten
Preis 22,- €
ISBN: 978-3-7857-2429-3
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In seinem neuen Buch »Herr aller Dinge« widmet sich Andreas Eschbach dem Thema Nanotechnologie – so einfach könnte man es sich bei der Vorstellung des Romans machen, und im Grunde wäre die Aussage auch nicht falsch, aber sie eben auch nicht richtig. Denn der deutsche Autor verarbeitet in seinem neuesten Werk eine Vielzahl von Ideen aus seinem mittlerweile berühmt-berüchtigten Ideen-Notizbuch zu einem Science-Fiction-Roman, den man nicht sofort als einen Genre-Text erkennt und der sich eben nicht nur um Nanotechnologie dreht.

Bei einem Interview sagte Andreas Eschbach dazu: »Während ich eine Idee verwirkliche, wachsen ein Dutzend neue nach, allein schon durch die Zeit, die es nun mal braucht, einen Roman zu schreiben«. Seiner Hauptfigur Hiroshi Kato geht es im Grunde nicht anders, denn als dieser als Kind im Garten der benachbarten französischen Botschaft ein kleines Mädchen sieht, das etwas verloren bei Regen im Garten steht, beschließt er spontan, dass er sie treffen will. Eine Idee verhilft dem Sohn einer armen Wäscherin schließlich zur Chance eines Besuchs in der Botschaft. Als sich tatsächlich eine Freundschaft zwischen Charlotte, so der Name der Tochter des Botschafters, und Hiroshi entwickelt, hat er schließlich irgendwann die eine Idee, die alles verändern soll: Wie nämlich alle Menschen reich werden könnten. Zwar trennen sich die Wege von Hiroshi und Charlotte schnell wieder, doch nur, um sich immer wieder zu kreuzen.

Andreas Eschbach nimmt sich diesmal viel Zeit für seine Personen. Er entwickelt rund um seine Hauptfiguren Hiroshi und Charlotte eine Geschichte, die von Liebe und Armut, aber auch von den bereits erwähnten Ideen, die die Welt verändern könnten, und gefährlichen Technologien handelt. Als Erwachsener landet Hiroshi schließlich am MIT, während Charlotte in Harvard Anthropologie studiert. Die Besessenheit mit der Hiroshi daran arbeitet, eine bessere Zukunft für die gesamte Menschheit zu erreichen, erinnert dabei an die Hauptfigur aus Andreas Eschbachs Roman »Eine Billion Dollar«, in der der mittellose Pizzabote John Salvatore Fontanelli durch ein unvorstellbares Erbe der Menschheit die verlorene Zukunft wiederbringen soll. In der Tat ist es sogar so, dass Hiroshi als »Herr aller Dinge« schließlich ein ganz anderes Ziel als das geplante erreicht, und er der Menschheit tatsächlich eine neue Zukunft schenkt – eine Idee, die derzeit verloren gegangen zu scheint: den Traum von den Sternen.

Als ich den Roman »Herr aller Dinge« Mitte Juli las, dachte ich zur Mitte des Romans hin, dass ich zumindest erahnen könnte, wie das Buch enden würde. Doch Andreas Eschbach holt dann erst richtig aus, und zündet ein noch größeres Ideen-Feuerwerk ab, das den Roman mehr als eine unerwartete Wendung nehmen lässt.
Und so ist »Herr aller Dinge« zuletzt kein Katastrophenroman, kein Roman über die Gefahren der Nanotechnologie, sondern vor allem eine beeindruckende Liebesgeschichte zweier Menschen, das Rätsel um ein Jahrhunderte altes Geheimnis und die Zukunft der Menschheit. Spannender geht’s nicht.

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