Peter F. Hamilton – Fallen Dragon

Fallen Dragon

Pan Books, Taschenbuch
ISBN 0-330-48006-5
Originalausgabe
Titelillustration von Jim Burns
London 2001, 6,99 £, 808 Seiten

Der aktuelle Roman „Fallen Dragon“ von Peter. F. Hamilton wurde in der deutschen Übersetzung bei Bastei-Lübbe in die beiden Bände „Sternenträume“ und „Drachenfeuer“ aufgespalten. 

Die Erde wird in naher Zukunft von großen Konzernen dominiert, die angesichts eines einschlafenden Raumfahrtprogramms einfach dazu übergegangen sind, ihre eigenen oder von aufgekauften Konkurrenz-Unternehmen gegründete Kolonien in sogenannten Gewinnrealisierungs-Kampagnen regelmäßig auszurauben. Im Vordergrund verfolgen wir einen solchen Einsatz von Seargent Lawrence Newton vom Strategischen Sicherheitskommando des Großkonzerns Zantiu-Braun zur Kolonie Thallspring und erleben diesen auch aus dem Blickwinkel der dort lebenden Lehrerin und heimlichen Widerstandskämpferin Denise.

Dazwischen sind Rückblenden entscheidender Momente im Leben von Lawrence eingeschoben, von seiner Jugend, in der er auf seiner Heimatkolonie Amethi noch von der Erforschung des Weltalls träumte, bis zu seinen vorherigen Einsätzen als Skin-Squaddie von Zantiu-Braun auf anderen Kolonien. Als die Kampagne auf Thallspring immer mehr zur Katastrophe für die Invasoren eskaliert, beschließt Lawrence sich auf eigene Faust auf die Suche nach einem Schatz zu machen, den er seit seiner ersten Mission auf dieser Kolonie in einem abgelegenen Dorf bei dem, dem Roman den Titel gebenden, Drachentempel vermutet. Dabei findet er dort tatsächlich viel mehr, als er sich jemals hätte erträumen lassen…

Im Roman „Fallen Dragon“ scheint Hamilton aus all seinen Fehlern im „Armageddon“ Zyklus gelernt zu haben. Der Held ist hier kein unausstehlicher Super-Glückspilz wie Joshua Calvert und der Bösewicht wird auch keineswegs so übertrieben über-allmächtig wie dessen Gegenspieler. Anstatt sich im Laufe der Zeit immer mehr in logische Widersprüche zu verwickeln, schwebt in „Fallen Dragon“ nur eine einzige kritische Frage lange Zeit über der Geschichte, um am Ende doch noch befriedigend aufgeklärt zu werden. Das Ende selbst ist dabei keineswegs eine aufgesetzte ‚Deus-Ex-Machina‘-Lösung wie bei „Armageddon“, sondern löst die ganze Geschichte wunderbar auf und entpuppt sich als ganz offensichtlich von Anfang an geplant.

Dazu kommt die bei Hamilton übliche interessant und plausibel beschriebene Technologie, von durch synthetische Muskeln betriebenen Skinsuit-Kampfanzügen, bis zu auf Wurmlöcher basierender überlichtschnellen Raumfahrt. Alleine seine fleißige Verwendung von Abkürzungen für einige seiner Erfindungen kann am Anfang für Verwirrung sorgen und auch die Rückblenden in die Jugend Newtons stören zunächst den Lesefluß, wobei sie auch für die für Hamilton typischen sexuellen Eskapaden sorgen. Diese Kapitel dienen jedoch nicht einem reinen Selbstzweck, sondern spielen gerade im Hinblick auf das Ende des Romans noch eine wichtige Rolle. Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch und wenn Hamilton weiter so schreibt, sollte man unbedingt auch auf seine nächsten Bücher achten!

Werner Spahl, Dezember 2002

 

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