Robert Charles Wilson – Spin

Spin bei Robert Charles WilsonOriginaltitel: »Spin«
Aus dem Amerikanischen von Karsten Singelmann
Science-Fiction-Roman
Heyne Verlag 2006
ISBN 3-43-52200-1
555 Seiten 8,95 Euro

Der Kanadier Robert Charles Wilson legt mit »Spin« seinen vierten SF-Roman in deutscher Übersetzung vor. Die bislang erschienenen Romane »Darwinia«, »Bios« und »Die Chronolithen« haben bereits bewiesen, daß Wilson zur Zeit einer der interessantesten SF-Autoren ist, der über großes erzählerisches Talent und reichlich Phantasie verfügt. »Spin« setzt diese Erfolgsserie fort – ein ideenreiches, spannendes Werk mit glaubhaften Szenarien und liebevoll geschilderten Charakteren.

Die Grundidee ist einfach, aber wirkungsvoll: Eine unbekannte Macht hüllt die Erde in eine Sphäre von rätselhafter Natur ein. Die Sterne verschwinden und das Sonnenlicht erreicht den Planeten nur noch gefiltert. Bald findet man heraus, daß die Zeit außerhalb der Sphäre millionenfach schneller abläuft, als innerhalb. Wilson beschreibt anhand des Schicksals dreier Freunde die Versuche, das Rätsel zu lösen, aber auch die gesellschaftlichen Reaktionen auf das unnatürliche Phänomen. Die Lösung überrascht dann nicht wirklich, obwohl sie sehr spektakulär ausfällt.

»Spin« ist das richtige Buch für Leser, die intelligente Unterhaltung suchen und mit den derzeit modischen Space Operas und der Military-SF nichts anfangen können. Der Roman hat alles, was gute und realistische SF braucht: Eine aufregende Grundidee, herausfordernde Spekulationen, lebensnahe Romanfiguren, deren Schicksal den Leser wirklich bewegt. Kenner von Wilsons Werk haben »Spin« als vergleichsweise schwächeren Titel bezeichnet – im Vergleich zu gewissen anderen SF-Romanen, die diesen Sommer erschienen sind, ist das Buch jedoch immer noch herausragend genug. Mein einziger Kritikpunkt betrifft den Klappentext: »Das Science Fiction Ereignis des Jahres« – diesen Spruch habe ich dieses Jahr schon dutzendmal lesen müssen.

Fazit: realistische SF von hoher Qualität.

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