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Der schüchterne, aber hochintelligente Schüler Peter Parker (Toby Maguire) wohnt bei seiner Tante May (Rosemary Harris) und seinem Onkel Ben (Cliff Robertson), da seine Eltern schon kurz nach seiner Geburt ums Leben kamen. Sein einziger Freund an der Schule ist Harry Osborn (James Franco), der Sohn des Großindustriellen Norman Osborn (Willem Dafoe), und insgeheim schwärmt Peter für die schöne Mary Jane Watson (Kirsten Dunst), die zwar neben ihm wohnt, ihn aber sonst kaum wahrnimmt. Doch für Peter, der von einer Zukunft als Zeitungsphotograph träumt, ändert sich alles, als er bei einem Schulausflug in einem Forschungslabor von einer genetisch veränderten “Superspinne” gebissen wird. Peter verheimlicht den anderen gegenüber sein Mißgeschick und legt sich zuhause krank in sein Bett…
Am nächsten Morgen stellt Peter, der von seiner besorgten Tante May geweckt wurde, überrascht fest, daß er sich verändert hat – die Kräfte der Spinne scheinen auf ihn übergegangen zu sein! Er ist stärker geworden, seine Sinne haben sich geschärft, seine Reflexe verbessert und er kann sogar Wände senkrecht hinauflaufen! Und über Nacht scheinen sich auch Spinnendrüsen an seinem Handgelenk ausgebildet zu haben – er kann damit ein außergewöhnliches Netz hervorschießen und sich so von Haus zu Haus schwingen (was aber, wie unser junger Held schmerzhaft feststellt, durchaus etwas Übung bedarf…).
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Und Sam Raimi läßt das böse Spiel des Kobolds weitergehen, bis es schließlich eskaliert und die Rettung Spider-Mans von ungewohnter Seite kommt (was wiederum die Figur noch ein wenig glaubhafter macht). Der daran folgende Endkampf ist – wie auch schon die anderen zuvor – eine sehr gute Umsetzung von Spider-Mans Kampftaktiken aus dem Comic.
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Toby Maguire meistert die Anforderungen an ihn problemlos. Er wirkt sowohl als unbeholfener Musterschüler glaubhaft, als auch später als verbitterter Held, der mit den Folgen seiner Taten leben muß. Der Film konzentriert sich dabei zurecht auf ihn und Willem Dafoe, während Kirsten Dunst als Mary Jane Watson leider weniger agieren darf, als vielmehr nur reagieren – ihr Charakter ist meist anderen Mächten ausgeliefert (sei es nun ihren Freunden oder dem Kobold). Das sie dabei aber doch nicht wie ein dummes Schulmädchen wirkt, zeigt wiederum die Qualitäten des Films.
Die Trickszenen des Films sind von unterschiedlicher Qualität. Bei sehr vielen der Szene, in denen sich Spidey durch die Straßenschluchten Manhattans schwingt, kann man erkennen, daß es sich um CGI handelt. Bei den Kampfszenen hingegen, ist die Choreographie so gut gelungen, daß man meint tatsächlich eine Szene aus dem Comic live zu erleben. Das Kostüm trägt viel dazu bei, aber auch die gute Umsetzung der Akrobatik Spider-Mans. Alle seine Schwünge und Sprünge wirken natürlich und echt – und Spidey ist tatsächlich dabei so gelenkig wie in der Comicvorlage. Und das schöne dabei ist, daß jeder Kampf zwischen dem Grünen Kobold und Spider-Man auch wirklich wie ein gefährlicher Kampf wirkt, und nicht wie ein albernes Gekloppe in Styroporkulissen.
Schlußendlich bleiben nur wenige Wünsch unerfüllt: der Wunsch, daß man sich getraut hätte, statt Mary Jane Watson für den ersten Film auch tatsächlich Gwen Stacy und ihr tragisches Schicksal zu verwenden. Aber das war den Verantwortlichen dann wohl doch zu gewagt… Und der Wunsch, daß Spider-Man etwas geschwätziger wäre und ähnlich bissige und humorvolle Bemerkungen von sich geben würde, wie im Comic.
Etwas mehr wagen hätte man sich aber auch bei der Filmmusik können. Diese stammt von Danny Elfman, der einen so belanglosen Score abgeliefert hat, daß man sich bei vielen Szenen die Musik des Trailers zurückwünscht. Dabei ist der Ton – zumindest in der Originalversion – ein weiteres Plus des Films. Entweder konnte man tatsächlich fast alle Dialoge direkt vor Ort aufnehmen, oder es wurde mit viel Liebe nachsynchronisiert.
Das Ende des Films leitet schließlich – nicht unbedingt geschickt – über auf Teil 2, der bereits vor dem Kinostart von Spider-Man eine beschlossene Sache war und Spider-Man sehr wahrscheinlich auf Doc Ock und die Echse treffen lassen wird.
Fazit: Sam Raimis »Spider-Man« ist die perfekte Comicverfilmung, wie man sie sich als Erwachsener wünscht: dem Original treu, aber niemals kindisch oder gar lächerlich. Eine Umsetzung mit Herz und Verstand.
© Florian Breitsameter (Text), ColumbiaTristar (Bild)
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