Poster SF im PArk 2014 WienUnter dem Motto SCIENCE FICTION IM PARK stehen auch heuer wieder die Margaretner Filmnächte im Bruno-Kreisky-Park im 5. Wiener Gemeindebezirk. Bei freiem Eintritt werden von 2. bis 7. Juni 2014, jeweils ab 21.30 Uhr, Science-Fiction Filme über die Leinwand flimmern. SCIENCE FICTION IM PARK bietet alljährlich für Freunde des Science-Fiction Films Filmvergnügen unter freiem Himmel. Ausgesuchte Filme, Hängematten und Park-Ambiente sind die Ingredienzien für eine gelungene Filmwoche. Standen in den letzten Jahren Themenschwerpunkte wie Architektur, Aliens und Monster und 2013 das Trash-Film und B-Movie-Genre im Vordergrund und auf dem Programm, so rückt die heurige Auswahl das Thema des einsamen, unbezwingbaren „Superhelden“ bzw. „Avenger“ in den Mittelpunkt. Die Margaretner Filmnächte bringen erstmals eine prominente Riege von Superhelden in den Bruno-Kreisky-Park, die das Verbrechen und das Böse bekämpfen. Captain America, Der König der Raketenmänner, The Bullet Man oder Batman bilden ein die Menschheit beschützendes, unüberwindbares Superhelden- Universum.

Homepage und Filmprogramm: http://www.sciencefictionimpark.at/

SF-FAN hat sich mit dem Organisator Wolfgang Niederwieser zu einem Gespräch getroffen, in dem wir Interessantes über die Entstehungsgeschichte, die Filmauswahl und den Spirit dieser Filmtage erfahren.

SF im Park Wien 2014

Max Krausmann: Wer hatte die ursprüngliche Idee in Margareten (5. Wiener Gemeindebezirk) ein Open-Air-Kino mit freiem Eintritt zu veranstalten? Kam der Auftrag von Seiten der Stadt oder trat Architekturraum 5 an den Bezirk heran? Welche Rolle spielt die Gebietsbetreuung?

Wolfgang Niederwieser: Entstanden ist die Idee aus der Gebietsbetreuung heraus gemeinsam mit dem Bezirk. In weiterer Folge hat man sich Kooperationspartner wie z.B. im ersten Jahr das Polycollege Stöbergasse gesucht und auch den Architekturverein 5, der bis heute als Veranstalter fungiert. In den folgenden Jahren hat sich die Stöbergasse aus dem Projekt zurückgezogen und damit stellt heute die Gebietsbetreuung das Know-how und Architekturraum 5 die Organisation zur Verfügung.

War von Anfang an klar, dass es nur Science-Fiction Filme sein sollen oder standen auch andere Genres zur Diskussion?

Zu Beginn war das ein Prozess, an dem alle Partner beteiligt waren und es gab auch Überlegungen andere Genres zu zeigen, letztendlich hat sich Science-Fiction (SF) als die beste Möglichkeit – für ein Open-Air Kino, das für einen mehrjährigen Zeitraum konzipiert wurde – heraus kristallisiert. Hätte man sich z.B. für das Western-Genre entschieden, wäre das ein Projekt mit Ablaufdatum geworden, einfach aus dem Grund, da es hier kaum neue Produktionen gibt. SF hat eine große und tolle Vergangenheit, aber auch immer eine interessante Zukunft. Weiters bietet die SF von Blockbustern und B-Movies über Independent Produktionen bis hin zu Kurzfilmen ein äußerst breites Spektrum an.

SF-Fans sind in der Regel auch ein sehr treues und leidenschaftliches Publikum.

So ist es und wir versuchen nicht nur diese anzusprechen, sondern auch neue Besucher zu gewinnen und dafür zu begeistern.

Wie fügen sich die Margaretner Filmtage in den restlichen Open-Air Markt ein?

Es war natürlich auch eine strategische Überlegung, wie man sich mit einer einwöchigen Laufzeit
von den anderen Wiener Sommerkinos, die vom Blockbuster bis Arthouse bereits eine breite Palette abdecken, abgrenzen kann und hier hat sich SF als erfolgreiches Nischenprodukt erwiesen.

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Die Programmierung bietet hauptsächlich Filme abseits des Mainstreams an. Wie kam es dazu und was war der Ausschlag für den heurigen Superhelden Schwerpunkt?

Letztes Jahr konzentrierten wir uns auf B-Movies und Trash, unter anderem zeigten wir SUPER SONIC MAN. Die überraschend hohe Akzeptanz und die vielen positiven Rückmeldung, die wir zu diesen Film erhielten, haben uns dann dazu bewogen, den heurigen Schwerpunkt auf Superhelden zu setzen und gar nicht so sehr weil Comic- und Superheldenverfilmungen im Hollywoodkino derzeit sehr populär sind. Blockbuster sind aus verleihrechtlichen Gründen für unsere Filmtage schwer zu beziehen, abgesehen davon werden diese ohnehin bei anderen Open-Air Kinos gezeigt.
Es gibt natürlich ein großes Angebot mit vielen schlechten oder mittelmäßigen, aber auch sehr guten Produktionen. Die Kunst und Gratwanderung besteht immer darin, aus der Fülle dieses Angebots u.a. Qualitätsfilme aus den sogenannten“schlechten“ Filmen heraus zu filtern.

Welche Sprachfassungen werden angeboten?

Bis jetzt haben wir fast ausschließlich deutsche Fassungen gezeigt, wobei wir letztes Jahr zum ersten Mal eine OV im Angebot hatten, die beim Publikum auch gut ankam. Heuer gibt es nur deutschsprachige Versionen, wobei wir am Überlegen sind das in Zukunft zugunsten von mehr OVs (OV = Originalversion) und OmUs (Originalversion mit Untertiteln) zu ändern.

Von welchem Trägermaterial und in welcher Auflösung projiziert ihr die Filme?

Wir arbeiten mit einem leistungsstarken Beamer und projizieren BluRays auf einen Air-Screen. Zum einen ist die Qualität für unseren Rahmen vollkommen ausreichend, zum anderen sind viele Filme auf DCP (Digital Cinema Package: Standarddatenträger im digitalen Kino, auf dem Filme derzeit in 2K oder 4K Auflösung gespeichert werden) überhaupt nicht verfügbar, in Einzelfällen müssen wir sogar auf DVDs zurückgreifen, da BluRay Fassungen nicht immer existieren.

Das Publikum hat die Möglichkeit zwischen zwei Filmen abzustimmen. Wie funktioniert das Voting?

Wir hatten bereits letztes Jahr die Möglichkeit das Publikum mitbestimmen zu lassen was auf viele positive Resonanz stoß. Mir persönlich gefällt dieser demokratische Gedanke, das Publikum partizipieren zu lassen. Wir hatten letztes Jahr eine Abstimmung auf Facebook mit Likes und wollten das heuer via Facebook-App machen, haben aber festgestellt, dass dieses Tool ziemlich viele persönliche Daten gefordert hätte was wir für problematisch hielten. Aus diesem Grund haben wir uns heuer für ein E-Mail Voting entschieden.

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Welches Rahmenprogramm wird es geben?

Täglich im Anschluss an den Hauptfilm gibt es Performance Kunst (SUPER SUIT performative Stadtintervention zwischen Anzug und Architektur), die den Dresscode von Superhelden thematisiert und wie schon in den Vorjahren wird auch dieses Jahr die Comixbox mit über 700 Comics und Graphic Novels zur Verfügung stehen.
Ein weiterer Stammgast wird am Di/Do/Sa die mobile Sternwarte der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie sein, die den Besuchern einen Blick in die Tiefen des Weltalls ermöglicht.

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Was dürfen sich die Besucher an gastronomischem Angebot erwarten?

Es wird wieder einen Buffetwagen geben, der von Softdrinks bis Bier die gängigen Getränke anbietet und gemeinsam mit Wraps, Popcorn und einem Angebot diverser Würstel und anderer Snacks für das leibliche Wohl sorgt. Ich möchte aber erwähnen, dass es keinen Konsumzwang gibt, d.h. jeder kann Speisen und Getränke von Zuhause mitnehmen.

Wieviele Besucher kommen in etwa pro Abend?

Das hängt von Film und Wetter ab, aber im Schnitt zwischen 500 bis 700 Personen.

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Open-Air Kinos sind eher kostspielig. Wie finanziert sich das Festival und gab es Überlegungen Eintritt zu verlangen oder ist das ein Geschenk des Bezirks an die Bewohnerinnen und Bewohner?

Die Finanzierung setzt sich aus Beiträgen des Bezirks und diverser Sponsoren zusammen, wobei wir mit dem Budget ganz gut auskommen. Das hat auch damit zu tun, dass wir personell sehr reduziert arbeiten, die Programmierung und Organisation übernehme ich, im Rahmen von „ArchitekturRaum 5“, während St. Balbach sich um die Rechte und Filme kümmert. Es gab Überlegungen Eintritt zu verlangen, um einen Teil der Kosten wieder einzuspielen, davon ist man aber wieder abgekommen, da sich die Margaretner Filmtage schon als Geschenk der Stadt an die Bewohner versteht. Es wurde auch schnell klar, dass ein Eintritt den speziellen Charakter der Filmtage, das Legere und Ungezwungene sofort verändern würde und genau das wollten wir vermeiden. Weiters würde ein Ticketverkauf sofort weitere Kosten zur Folge haben, wie z.B. die Errichtung von Absperrungen oder dem Betreiben einer Kassa.

Gab und gibt es Überlegungen das Festival zu vergrößern, d.h. über einen längeren Zeitraum mit größerer Leinwand, mehr Sitzplätzen und Gastronomie zu betreiben?

Diese Gedanken gab es alle, letztendlich steht und fällt sowas immer mit der Finanzierung, da die doppelte Spieldauer, beinahe die zweifachen Kosten ergeben. Ich kann nicht sagen, dass das für alle Zeiten ausgeschlossen ist, aber derzeit ist das nicht machbar.

Der Bruno-Kreisky-Park ist an drei Seiten von stark befahrenen Straßen umgeben. Stört das den Betrieb?

Nein, zum einen gibt es auf einer Seite eine Lärmschutzwand und die anderen Geräusche wie z.B. die U4, die in diesem Streckenabschnitt oberirdisch verläuft oder die Wienzeile werden durch den Filmton in den Hintergrund gedrängt und fallen kaum auf.

Gibt es ein Mückenproblem im Bruno-Kreisky-Park?

Nein, dafür sind wir vermutlich zu zentral in der Stadt, im Park selbst gibt es kein stehendes Gewässer und auch der Wienfluss ist für Mücken ungeeignet.

Was macht den Erfolg dieser Filmtage aus?

Das ist vermutlich die Mischung aus Open-Air, der Inszenierung und den Filmen, aber auch wegen des gewissen „Spirits“ und einem coolen Publikum. In den letzten sieben Jahren gab es keine AnrainerInnenbeschwerden oder sonstige Konflikte. Da der Park offen ist und da wir keinen Eintritt verlangen, kann jeder kommen und gehen wann er will. Es gibt keinen Konsumzwang, Speisen und Getränke können genauso wie Klappsessel und Liegestühle selbst mitgebracht werden. Dass die Location zentral liegt, mit direktem U-Bahn Anschluss, ist sicherlich ein zusätzlicher Bonus.

Was sind Ihr Lieblings-Science-Fiction-Filme?

Eine schwierige Frage, aber ganz spontan fällt mir GATTACA ein, aus den 60-/70-/80er Jahren CLOCKWORK ORANGE, 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM und sicherlich auch BLADE RUNNER. Ein weiterer Film den ich positiv in Erinnerung habe war OBLIVION, nicht so sehr wegen der Geschichte oder der Schauspieler, vielmehr wegen der beeindruckenden optischen Aufbereitung.

Wir bedanken uns für das Gespräch und hoffen auf schönes Wetter.

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